Medizin

Asthma: Überwachte Therapie bessert Lungenfunktion

Montag, 2. Februar 2009

Birmingham – US-Pädiater haben ein Rezept gefunden, die chronisch schlechte Adhärenz von asthmakranken Kindern zu verbessern. Sie lassen die inhalative Basistherapie an der Schule unter Aufsicht durchführen. Nach einer Publikation in Pediatrics (2009; 123: 466-474) wurde die Zahl der Asthmaanfälle deutlich gesenkt.

Adhärenzprobleme haben in der Asthmatherapie häufig sozioökonomische Ursachen, die zum Beispiel in der Metropole des US-Staates Alabama verbreitet sind. Etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Der Anteil der Kinder afroamerikanischer Herkunft unter den 290 Teilnehmern der Studie betrug so auch 91 Prozent. Bei allen Patienten war die Symptomkontrolle schlecht. Die im Mittel 11 Jahre alten Kinder verzeichneten krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Schule, benötigten mehr als 2 Notfallmedikamente pro Woche oder aber die Peak-Flow-Messung zeigte bedenkliche Werte.

Die Erkrankung war bei ihnen dementsprechend nicht optimal eingestellt, was nach der Erfahrung von Lynn Gerald darauf beruht, dass die krankheitsmodifizierenden Asthmasprays nicht angewendet werden. 

Die Kinder wurden in der Studie auf zwei Gruppen randomisiert. Bei einer Hälfte führten die Kinder die Inhalation in der Schule unter Aufsicht durch, in der anderen Hälfte blieb mehr oder weniger alles beim Alten.

Die Folge war, dass sich in der der 15-monatigen Beobachtungsszeit auch die Asthmakontrolle nicht verbesserte. Viel besser erging es den Kindern, die ihre inhalative Therapie in der Schule durchführten. Hier war die schlechte Asthmakontrolle zu Beginn der Studie um 57 Prozent häufiger als gegen Ende.

Mit anderen Worten: Die Therapie unter Aufsicht kann die Asthmakontrolle verbessern und leistet durch den Rückgang der Fehlzeiten möglicherweise auch noch einen Beitrag zur schulischen Entwicklung der Kinder. Die aus den USA sind nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, aber Regionen mit einer sozial bedingten schlechten Asthmakontrolle dürfte es auch in den hiesigen Innenstädten geben. © rme/aerzteblatt.de

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