Medizin

Osteoporose: Jede Fraktur erhöht das Sterberisiko

Donnerstag, 5. Februar 2009

Sydney – Knochenbrüche enden selten tödlich. Doch bei Senioren sind bereits kleinere osteoporotische Frakturen über Jahre mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert, wie eine prospektive Kohortenstudie im US-merikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 513-521) belegt.

Die Dubbo Osteoporosis Epidemiology Study begleitet seit 1989 alle Einwohner im Alter über 60 aus dem 400 km nordwestlich von Sydney gelegenen Städtchen Dubbo. Von den 4.005 Senioren erlitten seither 952 Frauen und 343 Männer eine Fraktur, was zeigt, wie häufig dieses Ereignis vor allem bei Frauen ist.

Die Knochenbrüche selbst überlebten die Senioren, doch die Zahl der Todesfälle lag in den Folgejahren deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Dana Bliuc vom Garvan Institute of Medical Research in Sydney errechnet nach Hüftfrakturen für Frauen eine 2,43-fach erhöhte standardisierte Mortalitätsrate (SMR).

Auch nach vertebralen Frakturen (SMR 1,82) oder anderen größere Frakturen an Becken, distalem Femur, proximaler Tibia, proximalem Humerus und Mehrfachrippenbrüchen (SMR 1,65) ist bei Frauen das Sterberisiko erhöht. Doch auch bei Männern bleiben die (bei diesem Geschlecht insgesamt selteneren) osteoporotischen Frakturen nicht ohne Folgen.

Die SMR (3,51 nach Hüftfrakturen, 2,12 nach vertebralen Frakturen und 1,70 nach anderen schweren Frakturen) waren sogar höher als bei den Frauen. Selbst kleinere osteoporotische Frakturen gingen in beiden Geschlechtern mit einem erhöhten Sterberisiko einher. 

Erst 5 Jahre nach dem Knochenbruch erreichte die Sterblichkeit wieder das Niveau der Normalbevölkerung. Bei Hüftfrakturen war dies sogar erst nach zehn Jahren der Fall. Viele haben dann bereits eine weitere osteoporotische Fraktur erlitten – was das Sterberisiko für weitere 5 Jahre erhöht, dieses Mal aber um den Faktor 3 bis 4.

Die Daten zeigen, dass osteoporotische Frakturen ein klarer Indikator für die allgemeine Gebrechlichkeit von Senioren sind und deshalb immer sehr ernst genommen werden müssen, wie Bliuc betont. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige