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Ratiopharm streicht weltweit 600 Stellen

Dienstag, 10. Februar 2009

Ulm – Der Arzneimittelhersteller Ratiopharm wird weltweit 600 Stellen streichen. Von den Kündigungen in den kommenden zwölf bis 18 Monaten seien auch rund 200 Mitarbeiter in Deutschland betroffen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Ulm mit und bestätigte damit einen Bericht der „Südwest Presse“ vom Mittwoch. Ratiopharm gehört zur verschuldeten Merckle-Gruppe des Anfang Januar verstorbenen Firmengründers Adolf Merckle.

Ratiopharm-Chef Oliver Windholz sagte, der Stellenabbau werde nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen zu verwirklichen sein. Das sind der Zeitung zufolge die ersten betriebsbedingten Kündigungen in der 35-jährigen Unternehmensgeschichte.

Die Mitarbeiter sind laut Ratiopharm darüber von der Geschäftsführung bereits im November 2008 informiert worden. In den kommenden Wochen werde die Unternehmensführung gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan erarbeiten.

Hintergrund der Entscheidung ist laut dem Blatt eine Neuausrichtung der Organisationsstruktur. Wie Windholz sagte, habe der Stellenabbau nichts mit dem geplanten Verkauf des Unternehmens zu tun. Die Entscheidung für das Sparprogramm sei bereits im Sommer 2008 gefallen. Mit dem Sparprogramm „One“ wolle Ratiopharm seine Kosten dauerhaft um rund 100 Millionen Euro senken.

Die Familie Merckles und die Banken hatten sich darauf geeinigt, dass Merckles VEM Vermögensverwaltung wegen einer Neustrukturierung ihrer Finanzierung Ratiopharm veräußern soll. Bislang ist der Verkaufsprozess nicht angelaufen. Es wurde noch kein Treuhänder gefunden wurde, der den Verkauf des Medikamentenherstellers steuert. © ddp/aerzteblatt.de

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