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Spina bifida: Adipositas erhöht Fehlbildungsrisiko

Mittwoch, 11. Februar 2009

Newcastle upon Tyne – Übergewichtige und fettleibige Schwangere bringen häufiger Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. Dies zeigt eine systematische Übersicht und Meta-Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 636-650).

Längst hat die Adipositaswelle auch Frauen im gebärfähigen Alter erreicht. In Großbritannien etwa sind ein Fünftel der Schwangeren adipös (BMI >30). Noch größer ist der Anteil der Übergewichtigen (BMI 25-29,9). Dies führt nicht nur zu häufigeren Kaiserschnitten und Geburtskomplikationen.

Nach den Berechnungen der Arbeitsgruppe um Judith Rankin von der Newcastle University werden auch häufiger Kinder mit Fehlbildungen geboren. Neuralrohrdefekte treten bei Kindern adipöser Schwangerer fast doppelt so häufig auf, mit einer besonders hohen Odds Ratio (2,24) für eine Spina bifida.

Auch kardiovaskuläre Anomalien, Spaltbildungen in Lippen, Kiefer oder Gaumen, eine anorektale Atresie, ein Hydrozephalus, Fehlbildungen der Extremitäten oder eine Gastroschisis treten signifikant häufiger auf, wenn die Schwangeren adipös sind. Bei Übergewicht war das Risiko ebenfalls, wenn auch in der Regel weniger stark erhöht. 

Dennoch besteht für adipöse Schwangere kein Grund, sich übertriebene Sorgen zu machen. Da Geburten mit Fehlbildungen insgesamt relativ selten sind (in den USA etwa 3 Prozent aller Geburten), bleibt das absolute Risiko für die einzelne Schwangere gering. Es erhöht sich infolge einer Adipositas bei der Spina bifida um 0,47/1000 Geburten und bei schweren Herzfehlern um 0,61/1000 Geburten. 

Die wahrscheinlichste Erklärung für das erhöhte Risiko von Fehlbildungen ist die mit der Adipositas einhergehende Insulinresistenz. Ein mütterlicher Typ-II-Diabetes mellitus ist eine bekannte Ursache von Fehlbildungen. Die Adipositas kann auch dazu führen, dass die Schwangeren zu wenig Folsäure zu sich nehmen, was das vermehrte Auftreten von Spina bifida plausibel erklären würde. © rme/aerzteblatt.de

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