Medizin

Studie: Passivrauchen macht dumm

Freitag, 13. Februar 2009

Cambridge – Eine ausgeprägte passive Exposition mit Tabakrauch kann möglicherweise die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Querschnittsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 338; b462).

Viele Raucher behaupten zwar, dass Nikotin ihre Konzentrationsfähigkeit steigert. Auf die Dauer begünstigen die Schadstoffe des Tabakrauchs jedoch den kognitiven Abbau bis hin zur Demenz, was für aktive Raucher durch zahlreiche Studien belegt ist (Meta-Analyse im  Am J Epidemiol 2007; 166: 367-78).

Die jetzt von David Llewellyn von der Universität Cambridge vorgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch Menschen, die unfreiwillig einem intensiven Passivrauchen ausgesetzt sind, gefährdet sein könnten. 

Die Forscher haben die Konzentration von Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin, in Speichelproben von fast 5000 Nichtrauchern im Alter über 50 Jahren bestimmt. Es handelt sich um Teilnehmer eines Health Survey for England (HSE), die auch einfachen kognitiven Tests unterzogen wurden.

Dort mussten sie Wörter memorieren (verbales Gedächtnis), einfache Kalkulationen durchführen, Fragen zur Zeitorientierung aus dem Mini-Mental-State-Test beantworten und in einer Minute so viele bekannte Tiere wie möglich nennen (Wortflüssigkeitstest). Aus den Antworten wurde ein Gesamtscore berechnet, der dann mit der Cotinin-Konzentration in Beziehung gesetzt wurde. 

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Ergebnis: Unter den 10 Prozent der Teilnehmer mit den schlechtesten Testergebnissen fanden sich häufiger jene Nichtraucher, die einem vermehrten Passivrauch ausgesetzt waren. Das Risiko auf eine kognitive Beeinträchtigung stieg mit der Cotinin-Konzentration.

Eine solche Dosis-Wirkungsbeziehung gilt als wichtiges Argument für eine kausale Assoziation. Im Viertel mit den höchsten Cotinin-Konzentrationen war das Risiko auf eine kognitive Einschränkung signifikant um 44 Prozent erhöht.

Als Erklärung bietet sich die bekannten negativen Auswirkungen des Passivrauchens auf das Herzkreislaufsystem an, das Durchblutungsstörungen im Gehirn nach sich ziehen könnte. © rme/aerzteblatt.de

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