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Familien-Report: Wunsch nach mehr als zwei Kindern nimmt zu

Dienstag, 17. Februar 2009

Berlin – Frauen und Männer in Deutschland wünschen sich wieder häufiger als früher mehr als zwei Kinder. Daten, die im Auftrag der Europäischen Union erhoben wurden, ergaben bei Frauen einen durchschnittlichen Kinderwunsch von 2,24 und bei Männern von 2,17 Kindern. Das geht aus dem Familien-Report 2009 hervor, den Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) heute in Berlin vorstellte.

Andererseits wünschten sich im Jahr 2008 nur 46 Prozent der unter 45-Jährigen „bestimmt“ Kinder, 32 Prozent „vielleicht“. Dieser Wunsch wird zudem meist „auf später“ verschoben. Entsprechend umfasst der Zeitraum, in dem Kinder in den Lebenslauf „passen“, nach Angaben im Familien-Report bei vielen Paaren gerade einmal fünf bis acht Jahre.

Familienpolitik hat nach Ansicht der Ministerin seit dem Jahr 2005 erheblich an Bedeutung gewonnen. Ohne Familienpolitik sei mittlerweile kein Staat mehr zu machen, sagte von der Leyen.

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise könne Familienfreundlichkeit als wachstumsfördernder und stabilisierender Faktor gesehen werden, heißt es im Report: Beispielsweise stabilisierten familienbezogene Transfers Haushalte, besonders bei Geringverdienern, und der Ausbau familienunterstützender Dienstleistungen schaffe mehrere hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze.

Dass der Staat sich in der Familienpolitik engagiert, entspricht mehrheitlich den Erwartungen der Bevölkerung. Im Januar 2009 äußerten 71 Prozent der Befragten in einer Repräsentativerhebung, dass man Familien mit Kindern stärker fördern solle. Nur 23 Prozent waren der Auffassung, „es solle sich nicht viel ändern“.

„Plattitüden“ und „Binsenweisheiten“ warf der familienpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke von der Leyen und dem Familien-Report vor. Zahlreiche Familien lebten trotz Arbeit in Armut, sagte Jörn Wunderlich, vor allem Alleinerziehende: „Obwohl zwei Drittel erwerbstätig sind, ist nur jede zweite nicht auf Arbeitslosengeld II angewiesen.“ Arbeitsmarktstudien zufolge sei dies vor allem auf fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten zurückzuführen. © Wu/aerzteblatt.de

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