| dpa |
Saint Paul – Seit Einführung des ersten Impfstoffes gegen humane Papillomaviren (HPV) sind in den USA 36 Menschen in den ersten sechs Wochen nach der Impfung an einem Guillain-Barré-Syndrom erkrankt. Nach Einschätzung des American Academy of Neurology bedeutet dies aber keine ungewöhnliche Häufung.
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine Autoimmunreaktion, die sich gegen die Myelinscheiden im peripheren Nervensystem richtet. Anders als bei der multiplen Sklerose, bei der die Myelinscheiden im zentralen Nervensystem auf Dauer zerstört werden, erholen sich die allermeisten Patienten nach einem Guillain-Barré-Syndrom von ihren Lähmungen, die jedoch zwischenzeitig lebensbedrohlich sein können.
Vielen Erkrankungen gehen Infektionen voraus. Krankheitserreger gelten deshalb als möglicher Trigger im Sinne einer molekularen Mimikry. Dies ist auch nach Impfungen vorstellbar, weshalb nach der Einführung eines jeden neuen Impfstoffes auf eine Häufung von Guillain-Barré-Syndroms geachtet wird.
In den USA wurde der erste HPV-Impfstoff im Juni 2006 zugelassen. Seitdem wurden mehr als 16 Millionen Dosierungen verabreicht. Die 36 Erkrankungen, die dem Vaccine Adverse Event Reporting System der Centers for Disease Control and Prevention gemeldet wurden, stellen nach Ansicht von Nizar Souayah von der American Academy of Neurology in Saint Paul/Minnesota keine ungewöhnliche Häufung dar. Dennoch bestehe Anlass, auf weitere Fälle zu achten.
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