Berlin – Im jahrelangen Streit um die Behandlung Schwerstabhängiger mit synthetisch hergestelltem Heroin (Diamorphin) dringt die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann auf eine Entscheidung noch in dieser Legislaturperiode.
Sie hoffe, dass ein gemeinsamer Gesetzentwurf von Sozialdemokraten sowie Abgeordneten aller drei Oppositionsfraktionen zur Diamorphinbehandlung noch vor der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werde, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion der Wochenzeitung „Das Parlament“.
Nach „sehr erfolgreichen“ Modellprojekten in mehreren Städten zur diamorphingestützten Behandlung wolle man nun, „dass Diamorphin als Medikament anerkannt und auch von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird“, sagte die SPD-Abgeordnete. Ohne Hilfe schicke man die Betroffenen, die eine langjährige Drogenkarriere hinter sich hätten, „in den sicheren Tod“. Bei der Diamorphin-Behandlung stabilisiere sich ihr Gesundheitszustand dagegen.
Die Unionsfraktion sei aber nicht bereit, mit der SPD einen solchen Antrag zu formulieren, obwohl es entsprechende Initiativen auch von CDU-geführten Ländern und einen Gesetzentwurf des Bundesrates dazu gebe, kritisierte Reimann.
Nach dem von 250 SPD- und Oppositionsabgeordneten unterzeichneten Gesetzentwurf solle es nicht etwa „Heroin auf Rezept“ geben, sondern eine Abgabe „in bestimmten Stützpunkten, in denen immer ein Arzt ist und bei denen hohe Sicherheitsvorkehrungen gelten“.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.