Kano – Im Streit um Schadenersatz für Arzneimitteltests des US-Pharmakonzerns Pfizer in Nigeria haben sich Vertreter der Opfer und des Unternehmens außergerichtlich geeinigt. Beide Seiten seien übereingekommen, sich im März in Rom zu treffen, um die Vereinbarung endgültig zu unterzeichnen, hieß es am Donnerstag aus dem Umfeld der Verhandlungen in Kano. Es sei jetzt „nur noch eine Frage von Wochen, bis der Fall geklärt ist und die Opfer entschädigt werden“. Die Höhe des Schadenersatzes wurde nicht genannt.
Pfizer hatte 1996 im nordnigerianischen Bundesstaat Kano das Meningitis-Medikament Trovan an 200 Kindern getestet, während in der Region zeitgleich eine Epidemie aus Meningitis, Masern und Cholera herrschte. Elf Kinder starben, die 189 anderen erlitten körperliche Schäden.
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"Wir sind weiter an einer gütlichen Einigung interessiert", erklärte Pfizer. Das Unternehmen werde bis zu einem Erfolg der Gespräche "am Verhandlungstisch bleiben", wolle aber bis dahin keine Äußerungen zur Substanz machen.
Im Juni erklärten sich die Nigerianer bereit, die Forderung an das Unternehmen im Fall einer außergerichtlichen Einigung auf 650 Millionen Dollar zu reduzieren. Der Konzern, der die Anschuldigungen zurückweist, hatte den Opfern zehn Millionen Dollar angeboten. Dies lehnte Kano bislang ab. In demselben Fall fordert der Staat Nigeria 6,5 Milliarden Dollar Schadenersatz von Pfizer. © afp/aerzteblatt.de
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