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Medizin

Präimplantationsdiagnostik: US-Klinik offeriert Designer-Baby

Montag, 2. März 2009

Los Angeles – Eine US-amerikanische Klinik bietet ihren Kunden an, die Farbe von Augen, Haaren oder Haut ihrer per In-vitro-Fertilisation (IVF) gezeugten Kinder frei auszuwählen. Seit einiger Zeit können die Eltern bereits das Geschlecht ihres Kindes vorherbestimmen.

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Die Webseite von LA Fertility Institute wirbt – auch auf Deutsch – damit, das „größte und erfolgreichste vorgeburtliche Geschlechts-auswahlprogramm der Welt“ anbieten zu können. Bereits in mehr als 2.400 Fällen hätten Eltern die Dienste der Klinik in Anspruch genommen. Die Erfolgsrate betrage fast hundert Prozent.

Rein medizinisch gesehen ist dies keine Sensation. Die Auswahl des Geschlechts ist mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) leicht möglich. Bei diesem Verfahren werden per IVF mehrere Embryonen gezeugt. Im Vierzell- oder Achtzell-Stadium wird jedem Embryo eine einzelne Zelle entnommen und genetisch untersucht.

Das ist in Deutschland verboten. In anderen Ländern wie Großbritannien und den USA ist das Verfahren zum Ausschluss von genetischen Erkrankungen erlaubt, zu denen allerdings nicht das Geschlecht des Kindes zählt. 

Eine Geschlechtsauswahl gilt als besonders fragwürdig, weil die kulturelle Bevorzugung eines Geschlechts – in vielen Kulturen eher der Jungen – schnell zu einem Ungleichgewicht führen kann. In einigen asiatischen Gesellschaften wird dies auf brutalere Weise durch die pränatale Ultraschalldiagnostik mit anschließender selektiver Abtreibung praktiziert – illegal, aber mit an den Geburtsstatistiken bereits ablesbaren Folgen. Dass sich jetzt eine US-Klinik offen zu dieser Methode bekennt, ist erstaunlich.

Neben der PID bietet das LA Fertility Institute auch das als unsicher eingestufte MicroSort-Verfahren an. Es trennt die weiblichen Spermien anhand der um 2,8 Prozent höheren DNA-Menge von den männlichen Spermien mit dem kleineren Y-Chromosom.

Ende letzten Jahres hatte die Klinik angekündigt, die PID künftig auch zur Auswahl der Augenfarbe, der Haarfarbe und des Hautteints anzubieten. Etwas unbestimmt heißt es auf der Website, dieses Angebot richte sich anders als die Geschlechtsauswahl nicht an alle Kunden und die Vorhersage sei nicht perfekt.

Britische Medien wollen erfahren haben, dass sich bereits „fünf oder sechs“ interessierte Paare gemeldet haben, die bereit und in der Lage sind, die etwa 14.000 US-Dollar teure Behandlung zu bezahlen. Die ersten Kinder würden Anfang des nächsten Jahres geboren, hieß es.

Jeff Steinberg, der Leiter des LA Fertility Institute, ist in Großbritannien kein Unbekannter. Er gehörte zu dem Team von Medizinern, das an der Zeugung des ersten Retortenbabys beteiligt war, der 1978 geborenen Louise Brown. 

Was medizinisch bereits möglich ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie, die William Kearns vom Shady Grove Center for Preimplantation Genetics in Rockville/Maryland im letzten Jahr auf der Jahrestagung der American Society of Human Genetics vorstellte.

Der Forscher hatte an einzelnen Zellen, die zur PID entnommen wurden, eine umfangreiche Micro-Array-Analyse durchgeführt und dabei gleichzeitig Tausende von Merkmalen bestimmt, darunter auch Risikogene für Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Abstract 254).

In London wurde Anfang 2009 erstmals ein Mädchen geboren, bei dem per PID ein Gendefekt auf dem BRCA-1 ausgeschlossen wurde, der mit einem hohen Brustkrebsrisiko einhergeht. In der Familie des Vaters waren Presseberichten zufolge seit drei Generationen mehrmals Frauen im dritten Lebensjahrzehnt an Brustkrebs erkrankt. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 4. März 2009, 08:56

Frankenstein lässt grüssen!!!!

Dieser Artikel ist das beste Argument gegen die Gentechnik und zeigt zu welchem Schwachsinn die Medizin fähig ist. Jetzt fehlt nur noch, dass wir das Aussehen des Kindes mit 5 jahren gentechnisch noch verändern können, wenn sich die Mode geändert hat. Herr wirf Hirn vom Himmel!!!
Joe440
am Dienstag, 3. März 2009, 21:39

Us-Klinik

Es ist schrecklich was da das LA Fertility anbietet. Per PIt da Geschlecht des eigenen Kindes auszuwählen kommt meiner Meinung nach ganz der Vorstellung einer in Entwicklung vorangetriebene Menschenfabrik nahe und damit nähert sich das LA Fertility ganz der Zukunftsvision des Romanes von Huxley "Schöne neue Welt."

Mit der Geschlechterwahl des eigenen Kindes für Kunden zu werben ist in unserer westlichen Gesellschaft fehl am Platze, da hier unmenschliche Traditionen wie man sie in den asiatischen Ländern wie Indien kennt nicht von vielen erwünscht werden, da es dann ein Ungleichgewicht gäbe und wir könnten uns dann mit Indien gleichsetzen, nur dass hier in unserer westlichen Gesellschaft kein unmenschliches Kastensystem vorherrschernd wär.

Auch wenn die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, so muss es doch auch im unbegrennzten eine Schranke geben, weil eben die gezielte Geschlechterwahl unmenschlich ist und da wir alle vor Gott gleich sind sollten wir niemals uns ein Kind nach Geshlecht wünschen, sondern das annehmen was hervorkommt.
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