Berlin – Deutschlands Tankstellenpächter wollen schärfer das Jugendschutzgesetz durchsetzen. Spätestens ab Januar 2010 sollen Kinder und Jugendliche an den rund 15.000 Tankstellen keinen Alkohol mehr erhalten. Dann gebe es für das Personal Warnhinweise an den Kassen, wenn jugendgefährdende Produkte gekauft werden. Bei Kunden bis zu einem geschätzten Alter von 25 Jahren solle dann eine Ausweiskontrolle erfolgen, teilte die Tankstellenbranche am Donnerstag in Berlin mit.
Zuvor hatten die fünf bundesweit organisierten Tankstellenverbände mit der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) einen entsprechenden „Aktionsplan Jugendschutz“ unterzeichnet.
Der Vorsitzende des Verbandes der Mineralölwirtschaft, Uwe Franke, sagte, beim Alkoholverkauf an Jugendliche handle es sich „nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um einen Gesetzesverstoß.“
Für die Tankstellenbetreiber würden in den nächsten Wochen und Monaten freiwillige Schulungen angeboten, um selbstbewusst dem Alkoholwunsch von Kindern und Jugendlichen entgegentreten zu können. Bei Testkäufen in Niedersachsen im Einzelhandel gab es Bätzing zufolge in bis zu 70 Prozent der Fälle Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz.
Angesichts des anhaltenden Trends zum exzessiven Trinken unter Jugendlichen zeige die Initiative, dass es nicht neuer Gesetze bedürfe, sagte Bätzing. Es müsse einfach nur das Jugendschutzgesetz eingehalten werden. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 23.000 Kinder nach Alkoholmissbrauch bewusstlos in Krankenhäuser eingeliefert, wie die Drogenbeauftragte sagte. © ddp/aerzteblatt.de
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