Medizin

Wer Alkohol sieht, trinkt auch mehr

Montag, 9. März 2009

Nijmegen – Die Darstellung von Alkohol in Film und Fernsehen beeinflusst die Trinkgewohnheiten von Zuschauern quantitativ. Das ermittelten Wissenschaftler der Radboud University Nijmegen. Das Journal Alcohol and Alcoholism publiziert die Studie online (doi:10.1093/alcalc/agp003).

An der Studie nahmen 80 männliche Studenten im Alter von 18 bis 29 Jahren teil. Die Wissenschaftler unterteilten die Probanden in vier Gruppen. Die erste Gruppe schaute den Film „American Pie“ mit Werbeunterbrechungen, die unter anderem Werbung für alkoholhaltige Produkte enthielten.

Im Verlauf des Films konsumieren die Charaktere 18-mal Alkohol während 23 weitere Male alkoholische Getränke zu sehen sind. Die zweite Gruppe sah denselben Film, welcher jedoch von neutralen Pausen ohne Werbung für Alkohol unterbrochen wurde.

Die dritte und vierte Gruppe schauten einen Film („40 Days and 40 Nights“), dessen Charaktere weit weniger Alkohol konsumierten. Insgesamt geschah dies dreimal, während 15-mal alkoholhaltige Getränke im Bild zu sehen waren. Analog zu den Gruppen, die „American Pie“ sahen, bestand auch bei diesen beiden Gruppen der Unterschied in der Werbung.

Die Filmvorführungen fanden in einem Heimkino statt, in welchem den Probanden Zugang zu einem Kühlschrank mit alkoholfreien und alkoholischen Getränken zur Verfügung standen. Innerhalb einer Stunde tranken die Teilnehmer der ersten Gruppe durchschnittlich drei 200ml Flaschen alkoholhaltigen Getränks, während die Teilnehmer der vierten Gruppe innerhalb einer Stunde halb soviel Alkohol konsumierten.

„Dies ist die erste Studie, die einen direkten Effekt von Alkoholdarstellung im Fernsehen und dem unmittelbaren Trinkverhalten der Zuschauer beschreibt“, betont Rutger Engels von der Radboud University Nijmegen: „Die Ergebnisse sind einfach und aussagekräftig: diejenigen Probanden, die mehr Alkohol sahen, tranken innerhalb einer Stunde eineinhalb Flaschen mehr.“

Die Forscher räumen zwar ein, dass die Daten keine Rückschlüsse auf Langzeitauswirkungen zulassen, fordern aber dennoch, die Darstellung vor allem in der auf jungendliche Konsumenten abzielende Werbung und die Verfügbarkeit von Alkohol in Kinos einzuschränken. © hil/aerzteblatt.de

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