Medizin

Sterbehilfe: Sorge um die Zukunft als wichtigstes Motiv

Dienstag, 10. März 2009

Portland – Nicht die aktuellen Beschwerden verlassen Krebspatienten im US-Staat Oregon dazu, einen Antrag auf Sterbehilfe zu stellen. Nach einer Studie in den Archives of Internal Medicine (2009; 169(5):489-492) steht die Sorge, dass es ihnen demnächst schlechter gehen und sie die Kontrolle über ihr Handeln verlieren könnte, im Vordergrund. 

Oregon war der erste und bis vor kurzem der einzige US-Staat, der terminal kranken Mitbürgern eine aktive Sterbehilfe erlaubte. Nach dem Death with Dignity Act vom 27. Oktober 1997 können sich die Patienten vom Arzt einen tödlichen Wirkstoff verschreiben lassen, den sie sich dann selbst verabreichen.

Dies ist auch in den USA umstritten – und erst am 5. März dieses Jahres hat der Nachbarstaat Washington ein ähnliches Gesetz verabschiedet. Die Kritiker führen an, dass die Patienten möglicherweise ihre eigene Situation nicht richtig einschätzen. 

Tatsächlich zeigen die Ergebnisse von Linda Ganzini, dass nicht die aktuelle Situation ausschlaggebend für den Sterbehilfewunsch ist. Unter 29 möglichen Beweggründen wurden von den 41 Patienten, denen ein Rezept ausgestellt worden war, vor allem folgende Gründe genannt: der Wunsch die Umstände des Todes selbst zu bestimmen, die Sorge um die zukünftige Lebensqualität, die Sorge um zukünftige Schmerzen, die Befürchtung künftig nicht mehr für sich selbst sorgen zu können, der Verlust der Selbständigkeit und der Wunsch zuhause sterben zu können.

Die Autorin meint, dass diese Punkte stärker als bisher im Gespräch mit den Patienten, die eine Sterbehilfe wünschen, thematisiert werden sollten. In Oregon wählten in den ersten zehn Jahren seit Inkrafttreten des Gesetzes 341 Patienten den Freitod mit ärztlicher Unterstützung. © rme/aerzteblatt.de

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