„Kettentransplantation“: Zehn Nieren wechseln ihren Besitzer
Donnerstag, 12. März 2009
Boston – Eine “Kettentransplantation” könnte die Transplantation von Nieren erleichtern, die von Lebendspendern stammen. Erste Erfahrungen im England Journal of Medicine (NEJM 2009; 360: 1096-1101) zeigen, dass Organe über zehn Spender-Empfänger-Paare weitergereicht werden können.
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Viele Dialysepatienten haben Freunde oder Verwandte, die bereit wären, ihnen ein Organ zu überlassen. Die Lebendspende scheitert aber häufig an einer fehlenden Gewebekompatibilität. Die Transplantationszentren behelfen sich häufig durch einen direkten Austausch zwischen zwei Spender-Empfänger-Paaren. Die Operationen werden dann in der Regel simultan durchgeführt.
Denn man möchte vermeiden, dass ein Lebendspender abspringt, nachdem sein Empfänger-Partner als erster ein Organ erhalten hat. Dieses simultane Verfahren ist eine hohe organisatorische Hürde und verhindert in der Regel größere Ringtausch-Transplantation mit mehr als zwei Paaren.
Eine Alternative könnte eine Kettentransplantation sein, die Michael Rees von der Universität von Toledo im US-Staat Ohio erprobt haben. Sie setzt einen Spender voraus, der sein Organ aus altruistischen Motiven heraus spendet. Er hat keinen Bekannten oder Verwandten, der geschädigt würde, wenn der Partner des Organempfängers sich verweigern würde. Damit entfällt die Notwendigkeit zur simultanen Organtransplantation, was die Transplantationszentren organisatorisch entlastet.
Rees und Mitarbeitern ist es gelungen, eine derartige Transplantationskette, sie nennen sie “nonsimultaneous, extended, altruistic-donor” oder NEAD-Spende, über 10 Glieder am Leben zu erhalten, obwohl an einer Stelle eine Verzögerung um 5 Monate eingetreten war. Die Schwester eines Empfängers hatte Blutgruppe B und konnte erst nach fünf Monate vermittelt werden.
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