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Privatisierungswelle bei Krankenhäusern erwartet

Dienstag, 17. März 2009

Düsseldorf – Dem deutschen Krankenhausmarkt steht nach einem Bericht des „Handelsblatts“ eine neue Privatisierungswelle bevor. Damit rechneten sowohl Marktbeobachter als auch die Betreiber privater Kliniken, berichtet die Zeitung am Dienstag. Hintergrund ist die Finanznot der Kommunen. Schon bei 18 Prozent der Krankenhäuser bestehe akute Insolvenzgefahr.

„Die Finanz- und Wirtschaftskrise sorgt dafür, dass wieder mehr Krankenhäuser unter Druck kommen und privatisieren müssen“, sagte Asklepios-Gründer Bernhard Broermann der Zeitung. Richtig in Fahrt kommen dürfte die neue Privatisierungswelle aber erst nach Ablauf  des Superwahljahrs 2009.

Der 65 Milliarden Euro schwere deutsche Krankenhausmarkt ist bisher noch stark zersplittert. Von den 2.087 Kliniken waren 2007 rund 30 Prozent in privater Hand, 32 Prozent waren öffentliche Krankenhäuser und 38 Prozent in freigemeinnütziger Trägerschaft.

Die vier größten privaten Betreiber, die in den vergangenen Jahren massiv durch Zukäufe gewachsen sind, haben immer noch deutlich weniger als zehn Prozent Marktanteil. Asklepios gehört mit einem Umsatz von zuletzt 2,3 Milliarden Euro neben Helios, Rhön-Klinikum und Sana zu den großen privaten Klinikkonzernen.

Das „Handelsblatt“ beruft sich auf Untersuchungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), nach denen es im deutschen Krankenhausmarkt rund elf Prozent Überkapazitäten gibt. Nur 30 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland erreichten die sogenannte Ebitda-Marge von acht Prozent, die nötig ist, um ausreichend Investitionen finanzieren zu können. Insbesondere bei den Kommunen sinke in der Krise der Spielraum, mögliche Defizite ihrer kommunalen Kliniken auszugleichen.

Auf der anderen Seite steigen die Kosten, etwa für Personal. Zwar habe die Bundesregierung den Krankenhäusern für dieses Jahr 3,2 Milliarden Euro mehr Geld zugeteilt, eine dauerhafte Entlastung für die Kliniken sieht Broermann aber nicht.

In den vergangenen Jahren hatten die privaten Betreiber ihre Marktbedeutung vor allem zulasten der öffentlichen Anbieter ausgeweitet. Nach Ansicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft ist die Trägerschaft aber kein Kriterium dafür, ob ein Krankenhaus erfolgreich ist. „Es gibt auch erfolgreiche kommunale Anbieter im Markt. Entscheidend sind Liquidität und Kapitalausstattung“, so ein Sprecher gegenüber dem „Handelsblatt“.

Nach den Zahlen des RWI sind bei den öffentlich geführten Kliniken mit 22 Prozent allerdings mehr Häuser von einer Insolvenz bedroht als beispielsweise bei den Freigemeinnützigen.  © kna/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 19. März 2009, 13:35

Öffentliche Arbeitgeber.

Es mag sehr vieles an ihnen zu kritisieren sein, aber ich denke, dass die Privatisierung kein Problem lösen wird. Sie wird vielmehr zu einer Verschärfung der Probleme führen. Private Betreiber müssen Gewinne machen und wo soll denn das Geld her kommen. Wir hatten im Grund seit 1945 doch eine gute medizinische Versorgung über Städte, Gemeinden und Landkreise. Eingeschlossen doch auch Universitätskliniken. Dass sie nicht kosteneffektiv gearbeitet haben, lag wohl weniger an den Krankenhäusern selbst.
Ich sehe das mit ein wenig Besorgnis. Wollen wir nicht vergessen, dass Deutschland im Vergleich zu den europäischen Ländern einen sehr guten Standard hat und im stationären Bereich nicht monitäre sondern auch ethische und soziale Gesichtpunkte einen wichtigen Platz eingenommen haben.

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