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Meta-Analyse: Übergewicht verkürzt das Leben

Mittwoch, 18. März 2009

Oxford – Eine Adipositas verkürzt das Leben um etwa drei Jahre, extrem Fettleibige sterben sogar zehn Jahre früher als Normalgewichtige. Die ausgeprägte Adipositas wirkt sich nach einer Meta-Analyse im Lancet (2009: doi: 10.1016/S0140-6736(09)60318-4) ebenso ungünstig aus wie lebenslanges Rauchen.

Für ihre jüngste Übersicht, der bisher größten zum Einfluss des Körpergewichts auf das Überleben, hat das Team um Sir Richard Peto und Gary Whitlock von der Universität Oxford die Ergebnisse aus 57 Langzeitstudien mit 894.576 Teilnehmern zusammengefasst, die überwiegend in Europa oder Nordamerika durchgeführt wurden. Die Teilnehmer wurden über 10 bis 15 Jahre nachbeobachtet. Während dieser Zeit starben 100.000 Teilnehmer, und das Sterberisiko war signifikant mit dem Body-Mass-Index (BMI) assoziiert.

Am niedrigsten war die Sterberate bei einem BMI von 22,5 bis 25 kg/m2. Darüber steigt das Sterberisiko pro 5 kg/m2 auf der BMI-Skala um 29 Prozent (Hazard Ratio 1,29; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,27-1,32): Übergewichtige sterben häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (plus 40 Prozent pro 5 kg/m2), an Diabetes (plus 116 Prozent pro 5 kg/m2), an Nierenleiden (plus 59 Prozent pro 5 kg/m2), an Lebererkrankungen (plus 82 Prozent pro 5 kg/m2), an Atemwegserkrankungen (plus 20 Prozent pro 5 kg/m2) an Krebs (plus 10 Prozent pro 5 kg/m2) oder an anderen Erkrankungen (plus 20 Prozent pro 5 kg/m2).

Anschaulicher als diese relativen Risiken sind die Zahlen zur Lebenserwartung. Nach den Berechnungen der britischen Meta-Analytiker verkürzt ein BMI von 30 bis 35, also eine Adipositas Grad 1, das Leben um 2 bis 4 Jahre. Menschen mit einem BMI von 40 bis 50, also einer Adipositas permagna, sterben um 8 bis 10 Jahre früher. Dies entspricht in etwa den Auswirkungen eines lebenslangen Rauchens, wobei Rauchen und Adipositas nach Angabe der Autoren eine additive Wirkung haben.

Sie schätzen, dass in Großbritannien bei Menschen mittleren Alters einer von vier Herzinfarkten oder Schlaganfällen auf das Übergewicht zurückzuführen ist. Hinzu kommen einer von 16 Todesfällen an Krebs. In den USA, wo die Adipositas-Epidemie weiter fortgeschritten ist, sind es einer von drei Herzinfarkten oder Schlaganfällen sowie einer von 12 Krebserkrankungen.

Auch Menschen mit einem BMI unter 22,5 haben ein erhöhtes Sterberisiko. Dies ist aber nicht die Folge einer Magersucht, sondern eher auf die auszehrenden Spätfolgen des Rauchens (Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs) zurückzuführen. © rme/aerzteblatt.de

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