| dpa |
Hamburg – Anlässlich einer Debatte des Deutschen Bundestages am 19. März über die Behandlung Schwerst-drogenabhängiger mit dem künstlichen Heroin Diamorphin fordert Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg, eine Lösung für die kontrollierte Heroinabgabe.
Hintergrund: Über mehrere Jahre hatten zahlreiche deutsche Städte den Einsatz von Ersatz-Heroin getestet. „Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig, sie verbessern die Lebensqualität dieser Menschen entscheidend“, sagte Montgomery. Den als Kompromiss deklarierten Vorschlag einiger CDU-Abgeordneter, die Diamorphin-Vergabe unter Studienbedingungen fortzusetzen, hält Montgomery für wenig sinnvoll: „Die Tatsachen liegen auf dem Tisch, es ist nun an den Politikern, verantwortlich zu handeln.“
Montgomery spricht sich seit Langem dafür aus, die kontrollierte Heroinabgabe in die Regelversorgung der Krankenkassen zu übernehmen. Dabei gehe es nur um eine kleine Gruppe von Patienten. Montgomery: „Wir wissen, wie wir ihnen helfen können. Das nicht zu tun, wäre pure Ideologie.“
Der Bundestag berät am Donnerstag einen entsprechenden Antrag von SPD und den Oppositionsfraktionen. Danach soll das chemisch hergestellte Heroin als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft werden, um so die Therapie für Schwerstsüchtige weiter zu ermöglichen. Die Unions-Fraktion lehnt den Vorschlag wegen zu vieler offener Fragen als „unverantwortlich“ ab und fordert stattdessen weitere Modellversuche.
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