Medizin

Morbus Alzheimer: Zuerst schrumpft der Hippocampus

Donnerstag, 19. März 2009

Amsterdam – Der Hippocampus, die für die Gedächtniskonsolidierung zuständige Schaltstelle im Temporallappen, gehört zu den ersten Regionen, die beim Morbus Alzheimer geschädigt werden. Dies zeigen kernspintomografische Studien in Neurology (2009; 72: 999-1007).

Der Alzheimer-Demenz gehen häufig leichte kognitive Einschränkungen (mild cognitive impairment, MCI) voraus, ohne dass es bisher möglich war, vorherzusagen, welche MCI-Patienten erkranken und bei welchen es sich lediglich um eine altersbedingte Zerstreutheit handelt. Eine kernspintomografische Untersuchung könnte hier in Zukunft für Klarheit sorgen.

Mit leistungsstarken Geräten lässt sich heute die Größe des Großhirns, aber auch seiner einzelnen Kerngebiete messen. Wouter Henneman vom VU University Medical Center in Amsterdam führte diese Untersuchung bei 64 Personen mit Morbus Alzheimer, MCI oder gesunde Kontrollen durch, wobei er sich naturgemäß für die beiden Hippocampi interessierte, da hier häufig frühe pathologische Veränderungen gefunden werden.

Schon in der Ausgangsuntersuchung waren die Hippocampi bei den Patienten mit MCI kleiner als bei den gesunden Kontrollen, während es zu den Patienten mit manifester Alzheimer-Demenz keine signifikanten Größenunterschiede gab. 

Der Vergleich zu einer zweiten kernspintomografischen Untersuchung anderthalb Jahre später zeigte, dass ein kleines Hippocampusvolumen in der Erstuntersuchung das Risiko auf eine spätere Alzheimerdemenz um den Faktor 5,7 erhöhte. Eine weitere Größenabnahme des Hippocampus war unabhängig davon mit einem 5,2-fach erhöhten Demenzrisiko assoziiert.

Kamen jedoch beide Faktoren zusammen, also ein geringes Hippocampusvolumen und eine zunehmende Atrophie, war das Risiko um den Faktor 61 erhöht. Ein geringes Ausgangsvolumen und eine Tendenz zur weiteren Verkleinerung machen damit eine Morbus Alzheimerdemenz sehr wahrscheinlich. © rme/aerzteblatt.de 

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