Brüssel – Die Richtlinie zur Patienteninformation über verschreibungspflichtige Medikamente könnte dazu führen, dass die Pharmaindustrie künftig weniger in die Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Arzneimitteln investiert. Diese Ansicht vertreten die Europäischen Sozialversicherer (Esip) in einer gemeinsam mit dem Medizinischen Bewertungsausschuss (Medev) der Esip verfassten Stellungnahme zu dem von der EU-Kommission im Dezember vorgelegten Vorschlag.
Das Regelwerk könnte die Hersteller dazu animieren, künftig Mittel verstärkt in das Marketing umzuschichten. Bereits heute würden Pharmaunternehmen etwa ein Drittel mehr in Marketing- und Werbeaktivitäten investieren als in F&E, heißt es in dem Papier mit Verweis auf einen Bericht der EU-Kommission.
Esip und Medev fordern die EU-Länder und das Europäische Parlament dazu auf, den Kommissionsvorschlag im Interesse der Patienten abzulehnen. „Der Richtlinienentwurf muss als Versuch gewertet werden, alternative und neue Wege für eine direkte Bewerbung der Patienten zu finden.“
aerzteblatt.de |
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