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Sozialversicherer lehnt EU-Richtlinienentwurf zur Patienteninformation ab

Montag, 23. März 2009

Brüssel – Die Richtlinie zur Patienteninformation über verschreibungspflichtige Medikamente könnte dazu führen, dass die Pharmaindustrie künftig weniger in die Forschung und Entwicklung (F&E) neuer Arzneimitteln investiert. Diese Ansicht vertreten die Europäischen Sozialversicherer (Esip) in einer gemeinsam mit dem Medizinischen Bewertungsausschuss (Medev) der Esip verfassten Stellungnahme zu dem von der EU-Kommission im Dezember vorgelegten Vorschlag.
Das Regelwerk könnte die Hersteller dazu animieren, künftig Mittel verstärkt in das Marketing umzuschichten. Bereits heute würden Pharmaunternehmen etwa ein Drittel mehr in Marketing- und Werbeaktivitäten investieren als in F&E, heißt es in dem Papier mit Verweis auf einen Bericht der EU-Kommission.

Esip und Medev fordern die EU-Länder und das Europäische Parlament dazu auf, den Kommissionsvorschlag im Interesse der Patienten abzulehnen. „Der Richtlinienentwurf muss als Versuch gewertet werden, alternative und neue Wege für eine direkte Bewerbung der Patienten zu finden.“

Das Beispiel der 2007 eingeführten Impfung gegen das Humane Papillomavirus in Deutschland zeige, welche Auswirkungen eine „Informationskampagne“ der Industrie haben könne. Mit der Kampagne hätten die Hersteller des Impfstoffs versucht, Ängste vor einer Krebserkrankung bei denen zu schüren, die nicht geimpft seien, so Esip und Medev.

ffene Fragen über die Wirksamkeit des Impfstoffs seien ebenso außer Acht gelassen worden wie die Aufklärung über alternative Therapien. Die Kosten für die Krankenkasse seit der Markteinführung des Impfstoffs beliefen sich auf etwa 250 Millionen Euro.

Derartigen Entwicklungen könnte durch die geplante Richtlinie Vorschub geleistet werden, fürchten Esip und Medev, zumal künftig auch die Information über Anwendungsbeobachtungen zulässig sein soll. © ps/aerzteblatt.de

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