Ausland

Britische Big-Brother-Kandidatin Jade Goody an Krebs gestorben

Montag, 23. März 2009

Jade Goody /dpa

London – Nach einem in aller Öffentlichkeit geführten Kampf gegen den Krebs ist die britische Big-Brother-Kandidatin Jade Goody in aller Stille gestorben. Die 27-Jährige sei in der Nacht zum Sonntag eingeschlafen, sagte ihre Mutter Jackiey Budden, die zusammen mit Goodys Ehemann Jack Tweed an ihrer Seite war. Neben Premierminister Gordon Brown drückte auch Bollywoodstar Shilpa Shetty, der Goody teilweise ihre Berühmtheit verdankte, ihr Beileid aus.

„Meine wunderschöne Tochter hat nun Frieden“, sagte Budden in Goodys Heimatort Upshire in der südostenglischen Grafschaft Essex. Goodys Agent Max Clifford, der nach der Krebsdiagnose im vergangenen Sommer für eine größtmögliche Medienpräsenz seines Schützlings sorgte, erklärte: „Sie trat ihrem Tod entgegen wie dem Leben - mit voller Kraft und mit viel Mut.“ Nachbarn legten vor dem Haus Blumen und Abschiedsgrüße nieder.

Goody war 2007 durch ihre Sprüche und beleidigende Äußerungen in der Fernsehshow Big-Brother zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. Unter anderem hatte sie die indische Schauspielerin Shetty angegriffen und musste sich Rassismus-Vorwürfe gefallen lassen. Die beiden Frauen versöhnten sich aber wieder und Shetty lud die Britin zur indischen Variante der Container-Show ein. Dort erfuhr Goody vor laufender Kamera von ihrem Gebärmutterhalskrebs. Sie brach die Show ab; zurück in der Heimat ließ sie aber keine Gelegenheit für Öffentlichkeit aus. Dabei wusste sie, dass sie an der Krankheit sterben werde.

Kaum ein Tag verging seitdem ohne Goody auf dem Titel eines Boulevardblatts. Für die Berichterstattung über die Hochzeit mit ihrem sechs Jahre jüngeren Partner Tweed am 22. Februar erhielt sie Medienberichten zufolge mehr als eine Million Pfund (1,1 Millionen Euro).

Immer wieder betonte Goody, sie mache alles nur zum Wohl ihrer Söhne, die sie finanziell versorgt wissen wolle. Ohnehin habe sie ihr Leben vor den Fernsehkameras geführt, „und nun werde ich eben vor ihnen sterben“, sagte die 27-Jährige unlängst in einem Interview.

Goody musste für ihren offensiven Umgang mit ihrer Krankheit viel Kritik einstecken, gewann aber auch viele Fürsprecher. Als einer der ersten Kondolenten äußerte sich am Sonntag Premierminister Brown, der immer wieder Goodys Verdienst für die Krebsvorsorge betont hatte. „Sie war eine tapfere Frau und das ganze Land hat sie für ihre Entschlossenheit bewundert, mit der sie sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgte.“ Mediziner erklärten, seit dem Fall Goody würden 20 Prozent mehr junge Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. © afp/aerzteblatt.de  

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