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Schneller Tuberkulose­nachweis mit leuchtenden Phagen

Dienstag, 24. März 2009

Pittsburgh – Die Diagnose der Tuberkulose, die bisher wegen des notwendigen kulturellen Nachweises mehrere Wochen dauert, könnte mittels eines neuen Tests auf wenige Tage verkürzt werden, versprechen die Entwickler eines Schnelltests in PLoS ONE (2009; 4: e4870). Klinische Studien stehen aber noch aus.

Die Gruppe um Graham Hatfull von der Universität Pittsburgh weist Mycobacterium tuberculosis mithilfe von Bakteriophagen nach. Die Wissenschaftler haben diesen Viren, die Bakterien infizieren, das Gen eines fluoreszierenden Farbstoffs ins Genom implantiert.

Wenn die Fluorophagen die Mykobakterien befallen, hinterlassen sie eine Leuchtspur, die sich im Labor zu einer grünen Fluoreszenz anregen lässt. Der Test kann nach wenigen Tagen oder Stunden durchgeführt werden, versichern die Wissenschaftler. Er sei auch zur Diagnose von Antibiotikaresistenzen geeignet, die heute ein wichtiger Grund für den wiederholten kulturellen Nachweis von Mycobakterium tuberculosis ist.

Um die Resistenz nachzuweisen, versetzten die Forscher das Untersuchungsmaterial, etwa eine Sputumprobe, nicht nur mit den Phagen, sondern zusätzlich mit den einzelnen Antibiotika. Bei einer Sensibilität des Erregers bleibt das Leuchten aus, weil die Phagen keine toten Bakterien infizieren. Die Forscher konnten dies für die Standardwirkstoffe Rifampicin, Streptomycin und Isoniazid zeigen. 

Der Tuberkuletest sei einfach durchführbar, und die Fluoreszenz könne noch zwei Wochen nach einer Fixierung mit Formaldehyd ausgelöst werden, versichern die Autoren. Der Test sei deshalb auch für abgelegene Regionen geeignet, in denen es keine hochtechnischen Labors zur Durchführung von Nukleinsäureamplifikationsstechniken gebe und in denen bei der Ausbreitung einer extremresistenten Tuberkulose (XDR-Tb) wegen einer unter Umständen hohen Letalität rasches Handeln erforderlich sei. Klinische Erfahrungen mit dem neuen Test liegen offenbar noch nicht vor. © rme/aerzteblatt.de

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