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EUROCARE-4: Große Unterschiede im Krebsüberleben in Europa

Dienstag, 24. März 2009

Rom – Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind für Europäer seit Anfang der 1990er-Jahre möglicherweise leicht gestiegen. Zwischen den einzelnen Ländern gibt es aber weiterhin große Unterschiede, wie eine neue Auswertung der EUROCARE-Datenbank zeigt.

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Für die „EUROpean CAncer REgistry-based study on survival and CARE of cancer patients“ oder EUROCARE werten Epidemiologen aus Mailand und Rom seit 1989 die Tumorregister verschiedener europäischer Länder aus. In die jüngste Analyse EUROCARE-4 flossen die Daten von 13,5 Millionen Krebspatienten aus 83 Krebsregistern in 23 europäischen Ländern ein. Eine erste Auswertung hatte die Gruppe Mitte vorletzten Jahres in Lancet Oncology (2007; 8: 784-96) vorgestellt.

zum Thema
Jetzt beschäftigt sich eine Sonderausgabe des European Journal of Cancer (2009; 45: 901-1094) mit dem Thema. Wie damals wird die 5-Jahresüberlebensrate mit einer Heilung gleichgesetzt, was für einige Karzinome wie Lungen- oder Magenkrebs zutreffen mag, beim Kolorektalkarzinom und Mammakarzinom schon fraglicher ist und beim Prostatakarzinom sicherlich nicht stimmt.

Auch der Vergleich zwischen den einzelnen Ländern ist mit Vorbehalten zu versehen, da in einigen Ländern wie Deutschland nur ein Prozent der Bevölkerung (über das Saarländische Krebsregister) erfasst wird, in anderen jedoch 100 Prozent (Skandinavien, Britische Inseln, Österreich, Malta, Slowenien).

Vor diesem Hintergrund mag die Einschätzung von Riccardo Capocaccia vom Istituto Superiore di Sanità in Rom, dass die „Heilungschancen“ zwischen 1988 und 1990 und 1997 und1999 beim Lungenkrebs von 6 auf 8 Prozent, beim Magenkrebs von 15 auf 18 Prozent und beim Kolorektalkarzinom von 42 auf 49 Prozent gestiegen seien, nicht überall aus Zustimmung stoßen.

Auch der Hinweis, dass die meisten Männer auf Island (47 Prozent) von Krebs geheilt werden, während bei den Frauen die Chancen in Frankreich und Finnland (jeweils 59 Prozent) am besten sind, wirkt bei der Fülle verschiedener Krebserkrankungen, die in einen Topf geworfen werden, ein wenig beliebig.

Schon eher nachvollziehbar ist der Ost-West-Gegensatz. Die 5-Jahresüberlebensraten sind in Westeuropa im allgemeinen höher: Beim Lungenkrebs betragen sie in Tschechien und Polen (aber auch als einzigem westeuropäischen Land in Dänemark) weniger als 5 Prozent, während in Frankreich und Spanien mehr als 10 Prozent noch 5 Jahre nach der Diagnose leben.

Beim Kolorektalkarzinom werden in Polen, Tschechien und Slowenien weniger als 30 Prozent „geheilt“, während es in Frankreich 49 Prozent sind. In Finnland, Frankreich, Spanien und Schweden überleben 73 Prozent ein Mammakarzinom, während es in Tschechien, Polen und Slowenien weniger als 60 Prozent sind. Dass eine verspätete Diagnose in den osteuropäischen Ländern die Unterschiede erklärt, der sogenannte Lead-Time-Bias, glaubt die Gruppe um Capocaccia ausschließen zu können. © rme/aerzteblatt.de

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