Ausland

93-Jährige beendet Hungerstreik zur Erzwingung von Sterbehilfe

Mittwoch, 25. März 2009

Brüssel – Eine 93-jährige Heimbewohnerin hat in Belgien ihren Hungerstreik beendet, mit dem sie aktive Sterbehilfe erzwingen wollte. Die Familie und Ärzte der Frau teilten mit, sie wolle zunächst langsam wieder zu Kräften kommen, bevor sie einen neuen Antrag auf lebensbeendende Maßnahmen einreiche, berichteten belgische Medien am Mittwoch.

Die öffentliche Debatte, die ihr Schritt ausgelöst habe, ermögliche aber nicht ein Sterben in Würde und eine seriöse Diskussion über das Thema. Die Frau habe ihren Beschluss nach einem Gespräch mit einem Mediziner gefasst, der auf Sterbebegleitung spezialisiert ist.

Die 93-Jährige ist fast blind und nach einem Sturz ans Bett gefesselt. Sie hatte bereits versucht, sich mit einem Küchenmesser das Leben zu nehmen. Bislang hieß es, sie falle nicht unter die Kriterien, nach denen in Belgien aktive Sterbehilfe gestattet sei.

Sie sei weder unheilbar krank, noch seien ihre physischen und psychischen Leiden andauernd, unerträglich und nicht zu lindern. In Belgien ist aktive Sterbehilfe seit 2002 unter bestimmten Umständen zulässig. Im vergangenen Jahr wurden der Kontrollkommission 705 Fälle aktiver Sterbehilfe gemeldet. © kna/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 26. März 2009, 13:39

Was soll der Unsinn!!!

Derjenige der sich das Leben nehmen will, soll es doch gerne tun. Erschiessen, vergiften, Auspuffgase ins Autoleiten, Aufhängen usw. Dazu brauche ich doch nicht noch einen Arzt, der mir dabei den Puls fühlt. Wenn ich mir das Leben nehmen will, dann tue ich es. Und bei der alten Dame, die oben zitiert wird. Sehen Sie nicht die Widersprüchlichkeit!!! Vielleicht 3- 7 Tage, dann hätte sie es geschafft. Und stopft sie sich wieder mit Lebensmittel und Flüssigkeit voll, damit sie dann gut gestärkt ins Jenseits fahren kann. Also nach der 3. Flasche Wodka ex verstehe ich die Logik auch.
advokatus diaboli
am Donnerstag, 26. März 2009, 09:06

Juristen sollen Cyankalipillen austeilen?

Der vorstehende Kommentar ist an die diesseitige Adresse gerichtet und lässt erahnen, dass der Verfasser ein stückweit noch davon entfernt ist, die Bedeutung der ärztlichen Assistenz beim Suizd in bestimmten Situationen zu erfassen. Es geht beileibe nicht darum, dass Juristen irgendwelche "Pillen" verteilen, sondern um die Frage, ob in der ärztliche Assistenz beim Suizid ein Akt der Humanität erblickt werden kann und ob es legitim erscheint, hierüber eine offene Debatte zu führen.
Dies ist freilich zu bejahen, streiten doch gute verfassungsrechtliche Gründe dafür, dass das Selbstbestimmungsrecht des Patienten nicht (!) zur Fremdbestimmung der Ärzteschaft führt, gleichwohl es aber in noch näher zu konkretisierenden Fallkonstellationen den Ärzten vorbehalten ist, eine mit ihrem Gewissen sich vereinbarende Entscheidung zu treffen, die letztlich nicht von der Standesethik vorgeben ist.
adonis
am Donnerstag, 26. März 2009, 07:55

Entschuldigung: Da lachen ja die Hühner!!!

"Eine 93-jährige Heimbewohnerin hat in Belgien ihren Hungerstreik beendet, mit dem sie aktive Sterbehilfe erzwingen wollte. Die Familie und Ärzte der Frau teilten mit, sie wolle zunächst langsam wieder zu Kräften kommen, bevor sie einen neuen Antrag auf lebensbeendende Maßnahmen einreiche, berichteten belgische Medien am Mittwoch. "
Man mag es sich auf der Zunge zergehen lassen: "Die Familie und Ärzte der Frau teilten mit, sie wolle zunächst langsam wieder zu Kräften kommen, bevor sie einen neuen Antrag auf lebensbeendende Maßnahmen einreiche," Wenn ich sterben möchte, dann esse ich nicht mehr. Im Alter von 93 dürfte das recht schnell zum Tode führen und das ist eine Methode die alte Menschen gar nicht so selten anwenden. Dass man wieder zu essen anfängt um wieder zu Kräften zu kommen spricht ehr gegen den Willen sterben zu wollen. Warum braucht man dann aktive Sterbehilfe?
Das ist fast so wie das Fritzchen, das sich am Apfelbaum mit dem Strick um den Bauch aufhängt. Ein Passant fragt, was er da mache und er sagt: Ich will mich umbringen. Darauf der Passant, da musst du den Strick aber um den Hals legen. Das Fritzchen: Dann bin ich aber tot.
Für mich ein Beispiel: Keine aktive Sterbehilfe ärztlicherseits. Juristen können ja Cyankalipillen austeilen. Das muss der Berufstand mit sich selbst ausmachen (an die Adresse advokatus diabolicus aus den Foren.)
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