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US-Psychiater sollen Essen selber zahlen

Donnerstag, 26. März 2009

Arlington – US-Psychiater müssen ihre Mahlzeiten auf der Jahrestagung ihres Dachverbandes künftig selbst bezahlen. Auch die zahlreichen industriegesponserten Symposien soll es bald nicht mehr geben, teilte die American Psychiatric Association (APA) jetzt mit.

Der APA, die 38.000 US-Ärzte vertritt, dürfte die Entscheidung nicht leicht gefallen sein, hatten sich die von der Pharmaindustrie gesponserten Symposien doch zu einer wichtigen Einnahmequelle entwickelt. Bis zu 50.000 US-Dollar wurden den Firmen pro Veranstaltung in Rechnung gestellt.

In guten Zeiten zählte die APA allein auf der Jahrestagung 30 Symposien. Zusammen mit anderen Einnahmen erwirtschafteten die Tagungen ein Zehntel des Gesamtbudgets von 50 Millionen US-Dollar. Damit soll jetzt Schluss sein. Nach und nach („phasing out“) sollen alle Firmensymposien von der Jahrestagung verschwinden. 

Auch kostenlose Dinner auf von den Firmen gesponserten Fortbildungsveranstaltungen (CME) soll es nicht mehr geben. Man habe zwar bereits in der Vergangenheit auf eine ausgewogene inhaltliche Gestaltung der Veranstaltungen geachtet, versicherte APA-Präsident Nada Stotland.

Aber allein die Aussicht auf ein anschließendes Mahl könne den einen oder anderen Arzt vielleicht doch dazu verleiten, die Medikamente der einladenden Firma zu verordnen, lautet die Erkenntnis, die mit einigen Skandalen der letzten Monate und Jahre in Verbindung stehen dürften. 

Während sich die Zuhörer auf den Symposien mit kostenlosen Mahlzeiten begnügen mussten (teure Geschenke wie Reisen wurden bereits eingeschränkt), strichen die Redner stattliche Honorare ein. Zusammen mit Beraterverträgen sollen sich einige namhafte Psychiater (die Industrie bezeichnet sie gerne als Meinungsträger) mehrere hunderttausend US-Dollar im Jahr dazuverdient haben.

Eine Handvoll brachte es sogar auf mehr als eine Million, wie der republikanische Senator von Iowa, Charles Grassley, herausfand, der einen Ausschuss im US-Kongress leitet. Dass sie trotz dieser hohen Zuwendungen ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit bewahrt haben, klingt für die US-Öffentlichkeit auch dann nicht mehr glaubwürdig, wenn ein Psychiater dies versichert. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Sonntag, 29. März 2009, 07:48

Sieh es mal so

die USA brauchen jetzt das Geld für die Säcke, die ihnen angeblich die Finanzkrise eingebockt haben. Die Säcke wollen ja noch ihre wohlverdienten Boni. Klar, wer so viel Scheisse baut, hat auch einen millionenschweren Bonus verdient. Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und des unbegrenzten Schwachsinns.
frusti
am Freitag, 27. März 2009, 15:34

Arme Psychiater

aber mal ehrlich: mal abgesehen von Wissenschaftfreaks und denen, die auf allen Kongressen den gleichen Vortrag halten - wer bereitet denn noch einen Vortrag mit einem Aufwand von x Stunden vor, wenn er keine Kohle dafür kriegt?

Und: : auch von den Mietmäulern hatten manche Spannendes zu berichten - den hype hat man eh weggerechnet.

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