Genf – Nach Schlaganfällen nehmen Patienten gelegentlich außer der gelähmten noch eine weitere Extremität auf der gleichen Seite war. Dass die Berichte dieser überzähligen Phantomgliedmaßen (supernumerary phantom limb, SPL) glaubwürdig sind, belegt eine Studie in den Annals of Neurology (2009; doi: 10.1002/ana.21647).
Die 64 Jahre alte Frau war nach einem Schlaganfall linksseitig gelähmt. Wenige Tage nach dem Insult nahm sie auf der linken Seite plötzlich einen zusätzlichen Arm wahr, den sie als blass, milchig-weiß und durchsichtig beschrieb, berichten Asaid Khateb und Mitarbeiter der Universität Genf.
Die Frau behauptete nicht nur, dass sie den Arm bewegen und ihren Kopf oder die Schulter damit berühren könne, nein, sie würde sich auch manchmal mit den Fingern der eingebildeten Hand am Kopf kratzen und dadurch den Juckreiz lindern.
Andere Ärzte hätten die Frau wohl für verrückt erklärt. Khateb nahm ihre Berichte ernst und untersuchte die Frau im Kernspintomografen. Mittels der funktionellen Magnetresonanzbildgebung, welche die Aktivität bestimmter Hirnzentren anhand des erhöhten Sauerstoffverbrauchs nachweist, konnte er zeigen, dass die Frau tatsächlich erlebte, was sie schilderte.
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