Ausland

Australischer Arzt will „Euthanasie-Baukästen“ verkaufen

Montag, 30. März 2009

London – Ein australischer Arzt will in Großbritannien sogenannte Euthanasie-Baukästen verkaufen. Nach einem Bericht der britischen Sonntagszeitung „The Observer“ sollen lebensmüde Käufer mit dem Chemiebaukasten testen können, ob ihre für einen geplanten Selbstmord erworbenen Schlafmittel tatsächlich tödlich sind.

Der als „Dr. Death“ bekannte Philip Nitschke rechtfertigt seine Initiative mit einer steigenden Nachfrage nach Selbstmordhilfen wie Barbituraten, die online ohne Etikett verkauft werden. Die Käufer wollten sicher gehen, dass die Mittel „die richtige Konzentration“ hätten. 

In Großbritannien sei der Verkaufsstart für die Test-Kits für Mai geplant, berichtet die Zeitung. Der Preis liege bei umgerechnet rund 40 Euro. Später sollen die Test-Kits auch international angeboten werden. 

Derweil sprachen sich sowohl Gegner als auch Befürworter der aktiven Sterbehilfe gegen Nitschkes Produkt aus. Solche „Heimwerker“-Ansätze seien das Resultat einer ungeklärten Gesetzeslage, zitiert der „Observer“ eine Vertreterin der Sterbehilfeorganisation „Dignity in Dying“. Ein Sprecher der Lebenshilfe-Vereinigung „Care Not Killing Alliance“ fürchtet dagegen, dass Nitschkes Plan schwache Menschen „ausnützt und in Gefahr bringt“. 

Nitschke ist seit längerem umstritten. Im vergangenen Jahr machte seine Sterbehilfeorganisation „Exit International“ mit Selbstmord-Workshops in Großbritannien Schlagzeilen. © kna/aerzteblatt.de

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