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Medizin

Studie: Actionspiele am Computer verbessern Sehfähigkeit

Montag, 30. März 2009

Rochester – Aus pädagogischer Sicht mögen Killer-Spiele (Ego-Shooter) bedenklich sein, dem Auge schaden sie aber offenbar nicht. Nach einer Untersuchung in Nature Neuroscience (2009; doi:10.1038/nn.2296) verbessert das Spielen sogar die Kontrastwahrnehmung.

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Die Fähigkeit zwischen feinen Grautönen zu unterscheiden, gehört zu den wichtigsten Qualitäten des menschlichen Sehens, weshalb die Kontrastempfindlichkeit bei augenärztlichen Untersuchungen, zum Beispiel mit der Pelli Robson-Tafel geprüft wird. Bislang gingen die Experten davon aus, dass die Kontrastwahrnehmung durch Training nicht verbessert werden kann. Sie werden jetzt durch eine Untersuchung von Daphne Bavelier von der Universität in Rochester im US-Staat New York eines Besseren belehrt. 

Die Hirnforscherin lud 22 Studenten zu ausgedehnten Computerspielen ein, wobei die Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt wurden. Der ersten Gruppe wurden die Spiele “Unreal Tournament 2004” und “Call of Duty 2” ausgehändigt, zwei klassische Ego-Shooter-Spiele, die das Auge durch schnell wechselnde neue Bilder in unterschiedlichen Farbschattierungen herausfordern. In der zweiten Gruppe spielten die Teilnehmer “The Sims 2”, ein eher gemächliches Simulationsspiel, das ohne rasch wechselnde Grafiken auskommt und die visuell-motorische Koordinierung nicht herausfordert.

Am Ende der 50-stündigen Spielzeiten (über 9 Wochen verteilt) wurden die Probanden erneut augenärztlich untersucht: Die Kontrastempfindlichkeit hatte sich bei den Actionspielern um 43 Prozent verbessert, während es bei den Sims-Spielern keine Unterschiede gab. Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, nach denen Actionspieler in einigen physiologischen Tests besser abschneiden.

Neben der Kontrastwahrnehmung gehört dazu auch das räumliche Orientierungsvermögen und die visuelle Konzentration (was zum Beispiel minimal invasiv operierenden Chirurgen durchaus zugute kommen kann). Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass Actionspiele aus medizinischer Sicht unbedenklich sind. Die Hirnforscherin denkt allerdings darüber nach, ob sie ein möglicher Therapieansatz für Menschen mit Amblyopie sein könnten. ©  rme/aerzteblatt.de

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