Brüssel – Der Schutz von Patienten vor Infektionen oder Komplikationen bei medizinischen Behandlungen soll EU-weit verbessert werden. Der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments billigte einen entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission. Danach sollen die EU-Mitgliedstaaten dafür Sorge tragen, dass die Sicherheit der Patienten durch eine verbesserte Vorbeugung und die Eindämmung von Therapiebegleitenden Infektionen erhöht wird.
Infektionen, die infolge einer medizinischen Behandlung auftreten, führen Schätzungen der Kommission zufolge zu rund 37.000 Todesfällen jährlich. Auch wird angenommen, dass es EU-weit bei acht bis zwölf Prozent der in Krankenhäuser eingelieferten Patienten während der Behandlung zu Infektionen oder Komplikationen kommt. Die meisten davon seien auf systembedingte Faktoren, wie etwa zu wenig Personal oder mangelnde Hygiene, zurückzuführen, so der CDU-Europaabgeordnete Thomas Ulmer.
Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Zwischenfälle bis zum Jahr 2015 um bis zu 20 Prozent jährlich zu verringern. Der Vorschlag sieht ferner vor, die Patienten über das Vorgehen der Behandlungseinrichtungen gegen Infektionen oder Komplikationen zu informieren wie auch über Beschwerde- und Rechtsbehelfsmöglichkeiten.
Es soll jedoch den EU-Ländern überlassen sein, zu entscheiden, wie sie die Kompensation etwaiger Zwischenfälle regeln wollen. „Auch sollen die Patienten nach einer Behandlung die Löschung ihrer Daten beantragen können“, so Ulmer. © ps/aerzteblatt.de
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.