Hamburg – Gehörlose Kinder, die früh Gebärdensprache lernen, werden durch die Zeichensprache neuronal genauso stimuliert wie durch Lautsprache. Diese Erkenntnisse der Universitätsklinik Hamburg waren für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein wichtiger Anstoß, um das erste Wörterbuch der Gebärdensprache aufzulegen. Es wurde Ende März in Berlin präsentiert.
Das digitale Wörterbuch für Gebärdensprache führt verschiedene Varianten der deutschen Gebärdensprache zu einer hochdeutschen Gebärdensprache zusammen und soll mit 18.000 Videos dazu beitragen, die Deutsche Gebärdensprache weiter zu standardisieren.
„Dieses Wörterbuch ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit in Bildung und Ausbildung für möglichst alle Menschen. Das Lernen wird jetzt für viele Hörgeschädigte leichter", betonte der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm.
Mit dem Einsatz des Lexikons werden die Ergebnisse verschiedener Studien umgesetzt, die die neuronale Sprachverarbeitung bei Schülerinnen und Schülern untersucht haben, die bilingual, also in deutscher Gebärdensprache und in Lautsprache, unterrichtet werden.
Da nicht alle hörgeschädigten Menschen die Lautsprache nutzen können, sollte laut BMFG die Gebärdensprache breiten Eingang in Kindergarten und Schule, in die betriebliche Ausbildung und die Ausbildung an beruflichen Schulen finden. So könnten Gehörlose am Lebenslangen Lernen wesentlich besser teilhaben. © hil/aerzteblatt.de
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