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Infertilität: Gendefekt macht Spermien immobil

Montag, 6. April 2009

Iowa City/Teheran –  US-amerikanische und iranische Forscher haben ein Gen entdeckt, das für die Motilität von Spermien von wesentlicher Bedeutung ist. Männer mit einem Gendefekt sind nach einer Publikation im American Journal of Human Genetics (2009; doi: 10.1016/j.ajhg.2009.03.004) unfruchtbar. Das Genprodukt bietet einen neuen Ansatzpunkt für ein männliches Kontrazeptivum.

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Eigentlich hatten die Humangenetiker um Richard Smith von der Universität in Iowa City ihre Kollegin aus Teheran bei der Suche nach den Ursachen einer dort verbreiteten Form der erblichen Taubheit unterstützt. Dabei stießen sie auf zwei Familien, in denen auch die männliche Infertilität verbreitet ist.

In dem routinemäßig durchgeführten Spermatogramm war die Motilität der Samenzellen deutlich herabgesetzt. Bei der näheren genetischen Analyse entdeckten die Forscher dann zwei Mutationen im CATSPER1-Gen. Frühere Experimente hatten gezeigt, dass das Gen die Information für einen Kalziumkanal enthält, der ausschließlich auf Spermien exprimiert wird und deren Motilität steuert. Defekte im CATSPER1-Gen setzen nach Auskunft der Autoren vor allem die Hyperaktivität der Spermien vor dem Eintritt in die Eizelle herab.

Die Studie zeigt, dass das CATSPER1-Gen auch beim Menschen für die Fertilität von großer Bedeutung ist. Die Forscher sehen darin einen möglichen Ansatz für ein männliches Kontrazeptivum. Ideal wäre ein Wirkstoff, der den für die Spermien spezifischen Kalziumkanal nur kurzfristig und reversibel hemmen würde. © rme/aerzteblatt.de

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