Hausarztverträge: Ersatzkassen warnen vor Mehrkosten
Montag, 6. April 2009
Mainz – Der Ersatzkassenverband vdek hat vor Mehrkosten von bis zu vier Milliarden Euro durch den Abschluss von Hausarztverträgen gewarnt. „Das ist Geld, das in keinem Haushalt vorgesehen ist und deshalb von den Versicherten zusätzlich aufgebracht werden muss“, sagte Vorstandschef Thomas Ballast dem ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ vom Montag.
Hintergrund ist eine im vorigen Jahr beschlossene Änderung im Sozialgesetzbuch. Bis Ende Juni müssen danach alle Krankenkassen allein oder in Kooperation mit anderen Kassen mit den Hausärzten Verträge zur so genannten hausarztzentrierten Versorgung abschließen.
Der Hausärzteverband Bayern hatte bereits im Februar mit der AOK Bayern einen ersten Vertrag geschlossen. Auf dieser Basis hat der Ersatzkassenverband nun die Kosten bundesweit hochgerechnet und ist auf Zusatzkosten von bis zu vier Milliarden Euro gekommen. Für AOK-Patienten im Hausarztprogramm bekämen die Hausärzte in Bayern fast doppelt soviel Honorar wie für Patienten anderer Kassen und das im Wesentlichen für die gleiche Leistung, kritisierte der vdek. Der Verband vertritt acht Ersatzkassen, darunter die Barmer, die TK und die KKH-Allianz, die zusammen mehr als 24 Millionen Menschen versichern.
Nach Recherchen von „Report Mainz“ betreiben viele Hausärzte in Bayern offensiv Werbung für den AOK-Hausarztvertrag und fordern Patienten sogar zum Kassenwechsel auf. Den Betriebs- und Ersatzkassen lägen zahlreiche Beschwerden ihrer Versicherten vor. © afp/aerzteblatt.de
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