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Studie: Brokkoli-Sprossen gegen H. pylori wirksam

Montag, 6. April 2009

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Tokio – Der Verzehr von drei Tage jungen Bambussprossen kann die Besiedlung der Magenschleimhaut mit H. pylori reduzieren, den Keim aber nicht beseitigen. Nach dem Absetzen kam es in einer Studie in Cancer Prevention Research (2009; 2: 353-360) bald zu einem Rezidiv, weshalb die Umstellung der Ernährung eine beschwerliche Alternative zur medikamentösen Eradikation bleiben dürfte.

Allein aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts zählt Brokkoli zu den gesunden Nahrungsmitteln. In den jungen Sprossen lässt sich außerdem eine hohe Konzentration von Sulforaphanen (SF) nachweisen, denen eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgesagt wird.

Es soll vor Infektionen, Diabetes oder auch Krebs schützen. Zumindest eine antimikrobielle Wirkung dokumentiert jetzt der Pharmazeut Akinori Yanaka von der Universität Tokio in einer Reihe von präklinischen und klinischen Experimenten.

Zunächst wurden Mäuse, deren Magenschleimhaut mit einer H.-pylori-Spezies infiziert war, mit einer SF-reichen Brokkoli-Diät behandelt. Ergebnis: Die bakterielle Besiedlung wurde vermindert, und auch eine Reihe von Entzündungsmarkern in der Mukosa, die unter anderem mit der Entstehung eines Magenkarzinoms in Verbindung gebracht werden, waren reduziert. Die SF-Diät verhinderte auch, dass eine hohe Salzzufuhr der Magenschleimhaut schadete.

Keine präventive Wirkung wurde dagegen bei Genmäusen erzielt, denen das nrf2-Gen fehlt. Sein Genprodukt gilt als Träger der chemoprotektiven Wirkung der SF-haltigen Brokkoli-Diät. Der nächste Schritt war eine kleine randomisierte Studie, in der 48 mit H. pylori infizierte Japaner über 8 Wochen täglich entweder 70 Gramm Bambussprossen oder die gleiche Menge Alfalfa-Sprossen verzehrten, die kein SF enthalten.

Tatsächlich senkte die Brokkoli-Sprossen-Diät die Besiedlung des Magens mit H. pylori, was mittels Atemtest (Urease vermindert) und Stuhltest (H. pylori-Antigen vermindert) nachgewiesen wurde. Auch die Serumkonzentration von Pepsinogens I und II, zwei Biomarkern der Magenentzündung, gingen zurück.

Da die durch H. pylori induzierte chronische Gastritis ein Auslöser für das Magenkarzinom ist, belegen die Ergebnisse nach Ansicht von Mitautor Jed Fahey, einem Pharmakologen der Johns Hopkins Universität in Baltimore, dass Brokkoli eine krebspräventive Wirkung hat.

Sie dürfte aber eine dauerhafte Änderung der Ernährungsgewohnheiten erfordert. Denn während einer Kontrolluntersuchung acht Wochen nach dem Ende der Therapie, war es bei den Probanden der Studie wieder zu einer Besiedlung mit H. pylori gekommen. Anders als mit Antibiotika wird mit der Brokkoli-Diät offenbar keine dauerhafte Eradikation erzielt. © rme/aerzteblatt.de

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hauswaldt
am Mittwoch, 15. April 2009, 15:22

Pflanzenkundliche Verwirrungen

Handelt es sich jetzt um Brokkoli-, oder Bambus-Sprossen?
Allein, daß Alfalfa-Sprossen kein Sulforaphanen enthalten, das können wir diesem Artikel entnehmen.
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