Neue Risikogene für die atopische Dermatitis identifiziert
Dienstag, 7. April 2009
Berlin – Eine Genvariante auf dem Chromosom 11, die auch mit der Pathogenese des Morbus Crohn in Verbindung gebracht wird, erhöht das Erkrankungsrisiko auf eine Atopische Dermatitis (Neurodermitis). Dies zeigt eine genomweite Assoziationsstudie in Nature Genetics (2009; doi: 10.1038/ng.347).
Dass die Atopische Dermatitis eine genetische Komponente hat, ist seit langem bekannt. Um ihre Ursache zu untersuchen, verglich die Gruppe um Young-Ae Lee vom Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch das Erbgut von 9.600 Personen. Darunter waren Kinder und Erwachsene mit atopischer Dermatitis, Gesunde, sowie ganze Familien, in denen mindestens zwei Geschwister an atopischer Dermatitis erkrankt sind.
Die Ergebnisse zeigen, dass mehrere Gene an der Entstehung der atopischen Dermatitis beteiligt sind. Besonders häufig trat eine Veränderung auf Chromosom 11 auf. In der identifizierten Region liegt ein Gen namens C11orf30, das die Bauanleitung für das Eiweiß enthält. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine Veränderung in diesem Gen zur atopischen Dermatitis führt. Noch sei aber nicht genau bekannt, welche Rolle EMSY bei der Hauterkrankung wirklich spielt, erklären die Forscher.
Dieselbe Variante auf Chromosom 11 trete auch bei Patienten mit Morbus Crohn auf, heißt es in der Pressemitteilung. Dies deute auf einen neuen gemeinsamen Krankheitsmechanismus hin, der zur chronischer Entzündung verschiedener Organe führen kann.
Die betreffende Gen-Variante sei in der Bevölkerung sehr verbreitet. Nach Auskunft der Autoren sind etwa ein Drittel aller Menschen Träger des Risikogens. Weitere Untersuchungen sollen jetzt die genaue Funktion von EMSY bei der atopischen Dermatitis entschlüsseln.
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