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Psychotherapie lindert Depressionen nach Bypass-Operationen

Dienstag, 7. April 2009

St. Louis – Die nach koronaren Bypass-Operationen (CABG) häufigen Depressionen lassen sich durch eine kognitive Verhaltenstherapie oder ein Stressmanagement wirksam behandeln. Dies zeigt eine randomisierte Studie in den Archives of General Psychiatry (2009; 66: 387-396).

Nach einer Bypass-Operation entwickelt einer von fünf Patienten eine Major-Depression und mindestens ebenso viele berichten über leichtere depressive Verstimmungen. Obwohl die Post-CABG-Depression die Lebensqualität mindert und die Rehabilitation erschwert, gibt es nach Auskunft von Kenneth Freedland von der Washington University School of Medicine in St. Louis keinen evidenzbasierten Behandlungsansatz.

Abgesehen von einer kleineren placebokontrollierten Studie, die vor fast 20 Jahren (mit dem Benzodiazepin Alprazolam) durchgeführt wurde, gebe es keine Studie, die sich speziell mit mentalen Störungen von CABG-Patienten befasst habe, behauptet Freedland, der in einer zugegeben kleinen Studie die Wirksamkeit zweier nicht medikamentöser Therapien untersucht hat.

123 Patienten mit Major-Depression oder depressiven Verstimmungen wurden zu je einem Drittel auf eine kognitive Verhaltenstherapie, ein Stressmanagement oder eine normale Betreuung (Kontrollgruppe) randomisiert. Die kognitive Verhaltenstherapie bestand aus wöchentlichen Einzelgesprächen von 50 bis 60 Minuten Dauer mit einem Psychologen oder einem Sozialarbeiter sowie bei Bedarf zwischenzeitlichen telefonischen Kontakten.

Das Ziel bestand darin, die Krisensituationen zu identifizieren, ihre Ursache zu erkennen und daraus Techniken zur Überwindung abzuleiten. Beim Stressmanagement wird nicht versucht, den Problemen auf den Grund zu gehen. Die Patienten erlernen aber ebenfalls Bewältigungsstrategien. Der Zeitaufwand ist der gleiche wie bei der kognitiven Verhaltenstherapie, die heute auch bei anderen Erkrankungen von vielen Psychologen bevorzugt wird.

Beide Psychotherapien halfen vielen Patienten, ihre depressive Krise zu überwinden. Nach drei Monaten befanden sich im Studienarm der kognitiven Verhaltenstherapie 71 Prozent der Patienten in Remission, unter dem Stressmanagement waren es 57 Prozent, während sich die depressiven Verstimmungen in der Kontrollgruppe nur bei 33 Prozent der Patienten gebessert hatten.

Nach sechs Monaten hatten sich die drei Gruppen wieder angeglichen, doch nach neun Monaten waren erneut mehr Patienten in Remission, die an der kognitiven Verhaltenstherapie (73 Prozent) oder dem Stressmanagement teilgenommen hatten (57 Prozent gegenüber 35 Prozent in der Kontrollgruppe).

Die kognitive Verhaltenstherapie scheint, wie Freedland berichtet, der überlegene Therapieansatz zu sein, zumal sich auch die meisten sekundären Endpunkte (Angst, Gefühl der Hoffnungslosigkeit, empfundener Stress und die mentale, aber nicht die körperliche Komponente der Lebensqualität) besserten. Dennoch dürfte die geringe Teilnehmerzahl von 41 Patienten pro Therapiearm zu gering sein für ein abschließendes Urteil. © rme/aerzteblatt.de

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