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Bakterien können Entzündungsschmerzen lindern

Donnerstag, 23. April 2009

Berlin - Bestandteile von Bakterien können in entzündetem Gewebe schmerzlindernd wirken. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Christoph Stein und Alexander Brack von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der Charité im Online-Journals PLoS Pathogens (doi:10.1371/journal.ppat.1000362). Bislang war man davon ausgegangen, dass bakterielle Entzündungen generell Schmerz verstärken.

Bakterien stimulieren im entzündeten Gewebe die Einwanderung weißer Blutkörperchen. Untergruppen der weißen Blutkörperchen, zum Beispiel die neutrophilen Granulozyten, können jedoch auch schmerzlindernd wirken. Sie setzen Opioidpeptide frei, die sich an die Opioidrezeptoren auf den schmerzleitenden Nervenfasern im entzündeten Gewebe binden und so den Entzündungsschmerz hemmen.

Die Forscher fanden heraus, dass bei diesem Vorgang die Bakterien im Entzündungsherd ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. So genannte Formylpeptide aus den Bakterien binden dabei an die weißen Blutkörperchen und animieren so die Neutrophilen, Opioidpeptide frei zu setzen.

Die Forscher konnten dies auch im Tierversuch nachweisen: Bei Ratten, die eine durch Bakterien ausgelöste Pfotenentzündung haben, wirken die freigesetzten Opioidpeptide schmerzlindernd. Hingegen haben Ratten, bei denen Formyl- oder Opioidpeptide blockiert sind, stärkere Entzündungsschmerzen. „Es gibt also ein körpereigenes System, das entzündliche Schmerzen erträglich machen kann“, folgert Stein. © hil/aerzteblatt.de

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