Brüssel – Alkohol ist laut einer EU-Studie vielerorts deutlich leichter erhältlich als noch Mitte der 90er-Jahre. Vor allem junge Europäer im Alter von 16 bis 24 Jahren könnten sich Hochprozentiges öfter leisten, heißt es in dem am Dienstag in Brüssel bekannt gewordenen Bericht der Europäischen Kommission, dem Daten von 1996 bis 2004 zugrunde liegen.
Danach ist Alkohol in 19 von 20 untersuchten EU-Staaten erschwinglicher geworden, darunter auch in Deutschland. In acht Ländern stieg der Zugang zu Alkohol wegen fallender Preise oder eines höheren Lebensstandards sogar um 50 Prozent oder mehr an. Betroffen sind neben den baltischen Staaten unter anderem Großbritannien, Irland und Tschechien.
„Der Anstieg sollte Politikern Sorge bereiten“, erklärte der Suchthilfe-Dachverband Eurocare in Brüssel, dem auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm angehört. In der EU werde bereits jetzt weltweit am meisten Alkohol konsumiert. Besorgt sind die Experten vor allem über das sorglose Verhalten junger Leute. Dem Verband zufolge ist Alkoholmissbrauch in Europa für 7,4 Prozent aller Gesundheitsprobleme und vorzeitigen Todesfälle verantwortlich.
Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag meldete, ist die Zahl alkoholbedingter Krankenhausaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2008 weiter gestiegen. Nach Angaben der TK wurden im vergangenen Jahr 1.765 Jugendliche unter 18 mit der Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ stationär eingewiesen. Das sind 174 mehr als im Jahr zuvor.
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