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Morbus Alzheimer: Erste Hirnveränderungen im frühen Erwachsenenalter

Dienstag, 7. April 2009

Oxford – Eine Überaktivität im Hippocampus bei jungen Erwachsenen könnte ein sehr früher Hinweis auf eine Jahrzehnte später im Alter drohende Alzheimerdemenz sein. Dies lässt eine Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (Early Edition) vermuten.

Das Team um Clare Mackay von der Universität Oxford hat mit der funktionellen Kernspintomografie (fMRI) die Hirnaktivität von 36 Personen im Alter von 20 bis 35 Jahren untersucht. Die Hälfte war Träger des Genotyps ApoE 4, der das Risiko auf eine Alzheimerdemenz um den Faktor 4 (Heterozygotie) bis 10 (Homozygotie) erhöht.

Keine der Probanden litt unter kognitiven Störungen oder anderen Hinweise auf eine Demenz, die sich gewöhnlich erst im höheren Lebensalter manifestiert. Dennoch zeigten die fMRI-Aufnahmen eine erhöhte Hirnaktivität beiderseits im Hippocampus, also jener Struktur, die für die Gedächtniskonsolidierung zuständig ist und wo anderen Untersuchungen zufolge später die ersten pathologischen Veränderungen der Alzheimerdemenz auftreten.

Mackay interpretiert die Hyperaktivität als Zeichen für eine über viele Jahre erfolgreiche Kompensation einer Funktionsstörung. Die Hyperaktivität war nicht nur nachweisbar, wenn die Probanden während der fMRI kleine Gedächtnistests durchführten, sondern auch im entspannten Zustand.

Ob eine fMRI-Untersuchung in der Lage wäre, eine spätere Alzheimer-Demenz bereits im frühen Lebensalter vorherzusagen, ist nicht bekannt, da bekanntlich nicht alle Träger des ApoE4-Genotyps an einem Morbus Alzheimer erkranken. Als nächstes wollen die Autoren Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (mild cognitive impairment, MCI) untersuchen, bei denen die Latenzzeit bis zum Auftreten einer manifesten Demenz kürzer ist. © rme/aerzteblatt.de

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