BÄK wehrt sich gegen Vorwurf der Diagnosemanipulation
Mittwoch, 8. April 2009
 |
| Jörg-Dietrich Hoppe |
Berlin – Als „absolute Unverschämtheit“ hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, Vorwürfe der Krankenkassen bezeichnet, nach denen Ärzte Diagnosen falsch kodierten. „Das ist Billig-Populismus, um von den Manipulationsversuchen der eigenen Branche abzulenken“, kritisierte Hoppe. „Die AOK verspricht den Ärzten Boni für ein Upgrading in der Diagnose und will dann die Ärzte an den Pranger stellen“, sagte er.
Die AOK hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass Ärzte viele Krankheiten falsch dokumentierten. Andere Kassen hatten Anfang des Jahres niedergelassene Ärzte schriftlich aufgefordert, Verordnungen und Diagnosen zu überprüfen und sie auf „eventuelle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit zukünftigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen“ aufmerksam gemacht.
Bereits zu dieser Zeit habe die BÄK gewarnt, dass Krankenkassen versuchten, Ärzte zu korrumpieren. „Doch statt einen inneren Reinigungsprozess im maroden Krankenkassenmoloch einzuleiten, statt diese ganzen Manipulationsversuche strafrechtlich zu untersuchen, werden die Ärzte unter Generalverdacht gestellt, dass sie den Korruptionsangeboten der Krankenkassen nachgegangen seien“, beklagt Hoppe. Er empfahl den Kassenvertretern sich noch einmal intensiv mit den Grenzen rechtsstaatlichen Handelns im Kassenwettbewerb zu beschäftigen. © hil/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.