Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
6.540 News Medizin

Medizin

Orale Kontrazeptiva als Risikofaktor für den systemischen Lupus erythematodes

Mittwoch, 8. April 2009

Montreal – Die Einnahme von oralen Kontrazeptiva geht mit einem erhöhten Risiko einher, an einem systemischen Lupus erythematodes (SLE) zu erkranken. Dies zeigt eine bevölkerungsbasierte Beobachtungsstudie in Arthritis Care & Research (2009; doi: 10.1002/art.24398).

Anzeige

Frauen erkranken neunmal häufiger als Männer an einem SLE, und die Vermutung, dass weibliche Geschlechtshormone, also Östrogene, an der Pathogenese der Autoimmunerkrankung beteiligt sein könnten, liegt deshalb nahe. Sollte dies zutreffen, dann müssten Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen, ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.

Genau dies kann Samy Suissa von der McGill University in Montréal durch eine Analyse der General Practice Research Database (GPRD) nachweisen. Das Register speichert die Daten von mehr als sechs Millionen britischer Hausarztpatienten, und die Analyse von Suissa zeigt: In den ersten drei Monaten nach der ersten Verordnung der „Antibabypille” ist das Erkrankungsrisiko um den Faktor 2,52 erhöht (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,14-5,57). 

Mit der Dauer der Verordnung nimmt das Risiko dann ab. Insgesamt haben Frauen, die eine hormonelle Kontrazeption betreiben, ein um 54 Prozent erhöhtes Risiko (Rate Ratio RR 1,54; 1,15-2,07). Höher ist das Risiko nach der Einnahme von Kontrazeptiva der ersten und zweiten Generation (RR 1,65; 1,20-2,26), während das Risiko bei Kontrazeptiva der dritten Generation, deren Östrogengehalt niedriger ist, nicht erhöht war. Auch eine lineare Dosis-Wirkungsbeziehung für den Gehalt an Ethinylestradiol spricht für eine kausale Rolle der Hormone. 

Eine frühere Analyse der Nurses' Health Study war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen (Arthritis Rheum 2007; 56: 1251-62). Sie hatte übrigen auch für die postmenopausale Hormontherapie ein erhöhtes Risiko gefunden. Suissa vermutet, dass Östrogene einen modulierenden Einfluss auf das Immunsystem haben und dadurch die Entstehung der Autoimmunerkrankung begünstigen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste