Los Angeles – US-Wissenschaftler haben ein Antiandrogen der zweiten Generation entdeckt, das in einer ersten klinischen Studie (Science 2009; doi: 10.1126/science.1168175) selbst bei Männern mit einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (CRPC) noch den PSA-Wert senken kann. Welchen klinischen Stellenwert der Wirkstoff hat, soll jetzt eine Phase-III-Studie zeigen.
Androgene sind ein wesentlicher Wachstumsfaktor für die Zellen des Prostatakarzinoms. Dennoch bleibt die Therapie mit Antiandrogenen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom nur vorübergehend erfolgreich. Früher oder später kommt es erneut zum Tumorwachstum.
Die Resistenz wird darauf zurückgeführt, dass die Krebszellen die Produktion von Androgenrezeptoren so weit steigern, bis der Wirkstoff in der Minderzahl ist. Hinzu kommt, dass die Antiandrogene ab einem bestimmten Zeitpunkt die Rezeptoren nicht mehr blockieren, sondern sogar stimulieren, weshalb einige Wissenschaftler den Sinn der Therapie infrage stellen.
Nicht so die Forscher um Charles Sawyers vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, der vor einigen Jahren, damals noch in Los Angeles, gezielt nach Antiandrogenen suchte, die ihre Wirksamkeit auch behalten, wenn die Zellen vermehrt Rezeptoren bilden.
Die Forscher entdeckten zwei Wirkstoffe, die nicht nur den Rezeptor blockieren, sondern auch die Translokation in den Zellkern und die Bindung des Rezeptors an die DNA verhindern. Selbst bei CRPC wird, anders als bei den derzeit klinisch eingesetzten Antiandrogenen noch eine Wirkung erzielt. Die beiden oral verfügbaren Wirkstoffe RD162 und MDV3100 wurden zunächst in einem Mäusemodell mit CRPC untersucht.
zum Thema |
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.