Manchester – Die rekombinante Version eines Wachstumsfaktors, der an der narbenfreien Heilung bei Embryonen beteiligt ist, sorgte in mehreren Studien im Lancet (2009; 373: 1226-1228) bei den erwachsenen Probanden für geschmeidigere Narben.
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Trotz jahrzehntelanger Forschung sind die genauen Vorgänge bei der Fibrosierung, die Grundlage für die Narbenbildung ist, noch immer nicht genau bekannt. Unter den zahlreichen beteiligten Wachstumsfaktoren scheint aber Transforming Growth factor beta 3 (TGFbeta3) besonders günstige Eigenschaften zu haben.
Er wird während der Embryonalphase bei Reparaturvorgängen im Bindegewebe exprimiert, nach der Geburt jedoch nicht mehr. Dies war Anlass, eine rekombinante Version von TGFbeta3, Avotermin genannt, in klinischen Studien zu untersuchen. Nachdem eine erste (unveröffentlichte) Phase I-Studie gezeigt hat, dass die intradermale Injektion von den Patienten gut vertragen wird, ließ der Hersteller drei Dosisfindungsstudien durchführen.
In den drei Studien erhielten 103 gesunde Probanden Avotermin in Dosierungen von 0,25 bis 500 ng/µl in die Dermis des Unterarms injiziert und zwar an einer Linie, an der daraufhin eine bis in die Dermis reichende Inzision erfolgte. Eine zweite Injektion von Avotermin erfolgte 24 Stunden später. Am anderen Unterarm erfolgte die Behandlung unter Doppelblindbedingungen bei einer gleich langen Narbe mit Placebo.
Primärer Endpunkt war in zwei Studien die visuelle Bewertungen der Narbenbildung sechs und 12 Monaten nach der Verwundung, in der dritten Studie die Narbenbildung von der sechsten Woche an bis zum siebten Monat.
Das Design spiegelt, abgesehen vielleicht von chirurgischen Eingriffen, kein realistisches Szenario wider. Die Ergebnisse zeigen indes, dass die TGFbeta3-Injektionen die Narbenbildung signifikant verminderten. Unterschiede waren nach 6 Wochen sichtbar. In den histologischen Präparaten war später eine gleichmäßigere Orientierung der Kollagenfasern im Gewebe erkennbar.
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