Seattle – Der US-Hersteller Dendreon verkündet erneut einen Durchbruch für seinen Krebsimpfstoff Sipuleucel-T. In einer Phase-III-Studie soll das Medikament bei Patienten mit hormonresistentem Prostatakarzinom eine lebensverlängernde Wirkung erzielt haben. Details sollen in Kürze auf einer Fachtagung vorgestellt werden.
Sipuleucel-T erregt in den USA die Gemüter, seit die Arzneibehörde FDA vor zwei Jahren Provenge®, wie das Präparat heißen soll, die Zulassung verweigerte. Dabei hatte der Hersteller Dendreon in einer Studie zeigen können, dass Sipuleucel-T bei Patienten mit metastasiertem und hormonresistenten Tumoren, bei denen alle therapeutischen Optionen ausgeschöpft waren, die Überlebensrate nach 3 Jahre von 11 auf 34 Prozent erhöht (Journal of Clinical Oncology 2006; 24: 3089-3094). Dies hätte bei anderen Krebsmedikament vermutlich zur Zulassung geführt, auch wenn die Studie relativ klein war (127 Patienten) und die mediane Überlebenszeit „nur“ von 21,4 auf 25,9 Monate verlängert wurde.
Auf einer Beratertagung, die der FDA-Entscheidung vorausgegangenen war, hatten sich die geladenen Experten mit 13 zu 4 für eine Zulassung ausgesprochen und 17 zu 0 waren der Meinung, dass der Wirkstoff sicher ist. Zwei Experten hatten sich danach jedoch in Briefen an die FDA ausdrücklich gegen eine Zulassung ausgesprochen, was die Behörde schließlich überzeugte. Sie forderte eine weitere Studie ein.
Die beiden Experten sahen sich daraufhin wütenden Protesten von betroffenen Patienten ausgesetzt und fühlten sich auf einer Fachtagung nur unter Begleitung von Leibwächtern sicher. Im September 2007 kam es sogar zu einer kleinen Demonstration vor den Toren der FDA in Rockville, Maryland.
Die starke emotionale Bindung von Befürwortern und Kritikers mag mit dem ungewöhnlichen Wirkungsmechanismus von Sipuleucel-T zusammenhängen, der einerseits Hoffnungen weckt, andere Experten jedoch skeptisch macht. Sipuleucel-T gehört zu einer neuen Gruppe von „aktiven zellulären Immuntherapien“.
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