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Methamphetamin: Partydroge schädigt fetale Hirne

Freitag, 17. April 2009

Honolulu – Eine intrauterine Exposition mit der Droge Methamphetamin hinterlässt vermutlich bleibende Schäden im Gehirn, die in einer Studie in Neurology (2009; doi:10.1212/ 01.wnl. 0000346516.49126.2) bei drei Jahre alten Kindern dokumentiert wurden.

Dem Drogen- und Suchtbericht 2008 der Bundesregierung zufolge wird Methamphetamin zunehmend auch in Deutschland als Partydroge (Meth, Crystal) konsumiert, darunter sicherlich auch von jüngeren Frauen. Bei einer Schwangerschaft gelangt das zu den Amphetaminen zählende Stimulans auch in den fetalen Kreislauf, in dem es möglicherweise im Gehirn bleibende Schäden hinterlässt.

Dies zeigen die Untersuchungen von Linda Chang von der Universität Honolulu, die 29 In-utero-exponierte Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren kernspintomografisch untersuchte. Sie wählte dazu die sogenannte Diffusions-Tensor-Bildgebung. Sie misst die Diffusionsbewegung von Wassermolekülen. Diese ist an Zellmembranen vermindert, was die Darstellung von Nervenfasern erlaubt. 

Im Vergleich zu 37 nicht exponierten Kindern war der ADC um bis zu 4 Prozent reduziert. Der ADC (apparent diffusion coefficient – scheinbarer Diffusions-Koeffizient) ist ein Maß für die Reifung der weißen Hirnsubstanz, somit der Leitungsbahnen im Gehirn. Wie genau die Droge die Entwicklung der Nervenfasern stört, sei nicht bekannt, berichtet die Autorin. Sie vermutet, dass die verminderte ADC einen „kompakteren“ Aufbau der Axone anzeigt. 

In früheren Studien hatte die Gruppe bereits zeigen können, dass die intrauterine Exposition mit der Droge zu einer Verkleinerung subkortikaler Strukturen führt. Die Forscher wollen die Kinder weiter beobachten, um festzustellen, ob die Schäden von Dauer sind. In klinischen Tests zeigen die Kinder häufiger eine vermehrte Stressreaktion und Lethargie sowie eine verminderte Qualität motorischer Bewegungen. © rme/aerzteblatt.de

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