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Frauen bei Arzneimittelforschung kaum berücksichtigt

Freitag, 17. April 2009

Wiesbaden – Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat im Vorfeld des 115. Internistenkongresses in Wiesbaden kritisiert, dass bei der Entwicklung von Medikamenten Unterschiede von weiblichem und männlichem Organismus und Stoffwechsel häufig nicht berücksichtigt wird. Dabei sei erwiesen, dass Medikamente bei den Geschlechtern unterschiedlich wirkten und medikamentöse Nebenwirkungen bei Frauen 1,5-mal häufiger als bei Männern zu verzeichnen seien.

„Klinische Studien werden immer noch meist an jungen Männern durchgeführt und die Labortests nehmen Forscher an jungen männlichen Mäusen vor“, kritisiert Vera Regitz-Zagrosek, Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung an der Charité Berlin. Diese einseitige Betrachtungsweise führe dazu, dass man nicht wisse, wie die jeweiligen Stoffe den Krankheitsverlauf bei Frauen beeinflussen und welche Nebenwirkungen möglicherweise bei ihnen auftreten.

Großes Potenzial für die Entwicklung besserer Substanzen bliebe weitgehend ungenutzt, so die Kardiologin. Tierexperimente an weiblichen und männlichen Mäusen konnten zudem zeigen, dass bei weiblichen Tieren ein Herzinfarkt weniger bleibende Schäden am Herzen hinterlässt als bei Männchen.

„Frauen scheinen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen biologische Vorteile zu haben. Welche das sind und wie wir diese Erkenntnisse auch für Männer nutzen können, ist ein vielversprechender Ansatz für die Arzneimittelentwicklung“, betont Regitz-Zagrosek. © hil/aerzteblatt.de

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