Erneute Ausbreitung der Polio in Afrika
Dienstag, 21. April 2009
Genf – Die Polio hat sich in den letzten Monaten wieder ausgebreitet, wie die jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zeigen. In Afrika sind in 14 Ländern importierte Erkrankungen aufgetreten, berichtet auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC).
Trotz der mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, die Polio auszurotten. In den vier Ländern Nigeria, Indien, Pakistan und Afghanistan ist die Erkrankung weiterhin endemisch. Als kritisch gilt die Situation in Nigeria, das bereits 2004/5 Ausgangspunkt einer Erkrankungswelle war, die sich über eine Route südlich der Sahara bis zum Sudan verfolgen ließ.
Von dort wurden einzelne Infektionen in den Jemen und nach Saudi-Arabien sowie vermutlich über den Mekka-Tourismus bis nach Indonesien getragen, was sich durch genetische Untersuchungen der Viren nachweisen ließ. Die Erkrankungswelle mit 1.200 Fällen konnte damals nur durch zusätzliche Impfkampagnen (Kosten: 150 Mio. US-Dollar) gestoppt werden.
Nachdem die Erkrankungszahlen zwischenzeitig zurückgingen, werden seit Anfang letzten Jahres wieder vermehrt Fälle aus Nigeria gemeldet. Innerhalb weniger Monate kam es zu importierten Erkrankungen in 14 afrikanischen Ländern von Niger und Ghana im Westen bis zum Sudan im Osten und der Republik Kongo und Angola im Süden. Betroffen sind dieses Mal auch Kenia und Uganda, wo es seit vielen Jahren keine Erkrankungen mehr gegeben hatte.
Die Bestätigung von ersten Poliofällen in der Hafenstadt Port Sudan lässt das IRFC befürchten, dass eine Ausbreitung nach Asien bevorsteht. © rme/aerzteblatt.de
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