Darmkrebs: Avastin ohne Vorteile beim Frühkarzinom
Mittwoch, 22. April 2009
San Francisco – Das Krebsmedikament Avastin® (Wirkstoff: Bevacizumab), das bisher nur zur Behandlung von metastasierten Krebserkrankungen zugelassen ist, hat in einer größeren Studie zur adjuvanten Therapie beim Kolorektalkarzinom die Erwartungen nicht erfüllt, wie der Hersteller in einer Pressemitteilung bekannt gibt.
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Der Wirkstoff Bevacizumab, der durch Blockade des Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) die Vaskularisierung von Tumoren hemmt und den Krebs gewissermaßen aushungert, wurde als Avastin® im Frühjahr 2005 zunächst zur Behandlung des Kolorektalkarzinoms zugelassen.
Die Anwendung ist allerdings auf das Spätstadium beschränkt, wenn der Tumor bereits metastasiert hat. Später erfolgte eine Zulassung bei Mammakarzinom, nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom und Nierenzellkarzinom. Auch hier darf Avastin nur bei Patienten mit metastasierten oder rezidivierten Tumoren eingesetzt werden.
Derzeit wird untersucht, ob das Medikament auch im Rahmen der adjuvanten Chemotherapie bei Krebserkrankungen in einem früheren Stadium, in welchen noch Aussicht auf eine Heilung besteht, sinnvoll ist. Als erste dieser Studien wurde jetzt die vom US-National Cancer Institute gesponserte Studie “C-08” des National Surgical Adjuvant Breast and Bowel Project (NSABP) abgeschlossen.
An der Studie nahmen 2.632 Patienten mit einem Kolorektalkarzinom im Stadium II oder III teil. Sie erhielten Bevacizumab zusätzlich zu einer Standard-Therapie, dem FOLFOX Regime (Fluorouracil, Leucovorin, Oxaliplatin), oder die alleinige FOLFOX-Therapie. Aus früheren Studien war zu erwarten, dass unter der alleinigen FOLFOX-Therapie etwa 70 Prozent der Patienten den primären Endpunkt eines rezidivfreien Überlebens nach 4 Jahren erreichen werden.
Dies erklärt die hohe Teilnehmerzahl, die auch einen minimalen zusätzlichen Nutzen mit statistischer Signifikanz aufgedeckt hätte. Dies ist jedoch offenbar nicht erreicht worden, wie der Hersteller in einer kurzen Pressemitteilung berichtet. Einzelheiten sollen auf der kommenden Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Ende Mai vorgestellt werden.
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