Brüssel – Der Vorschlag des Gesundheitsausschusses des Europäischen Parlaments (EP), seltene Erbkrankheiten durch die gezielte Auswahl gesunder Embryonen zu bekämpfen, stößt auch europaweit auf Kritik. Die Europäische Gesellschaft für Humangenetik teilte in einem Schreiben an die Mitglieder des EP mit: „Das ,Ausmerzen’ seltener Erkrankungen durch die Motivation zu bestimmten reproduktiven Praktiken als Strategie der öffentlichen Gesundheitsfürsorge entspricht nicht dem Standard der europäischen Humangenetik.“
Weiter heißt es: „Das nicht-direktive Verhalten, [das heißt, dass die Beratung keine Ziele hinsichtlich des Ergebnisses der Beratung verfolgt], bei reproduktiven Vorgängen ist eine zentrale Eigenschaft der Humangenetik nach den Gräueltaten, die im Namen der Genetik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verübt worden sind“.
Die Gesellschaft fordert die Europaabgeordneten auf, den entsprechenden Passus im dem vom christdemokratischen Europaabgeordneten Antonios Trakatellis verfassten Bericht zum Thema „seltene Erkrankungen“ zu ändern. Das Plenum des EP muss morgen in Straßburg über den Bericht abstimmen.
aerzteblatt.de |
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