Madrid – In Spanien haben die Gesundheitsbehörden erstmals zwei Paaren erlaubt, vor einer künstlichen Befruchtung Embryonen auf Krebserkrankungen testen zu lassen. Wie die Zeitung „El País“ am Mittwoch berichtete, wurde einem Paar gestattet, nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung gezeugte Embryonen auf Genmutationen zu untersuchen, welche Brustkrebs verursachen können. Ein anderes Paar darf seinen möglichen Nachwuchs auf die Anlage für Schilddrüsenkrebs testen lassen.
Bei dieser Art der Selektion, die bislang nur in Großbritannien gestattet ist, geht es darum, eine stark erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung auszuschließen, wie die Zeitung berichtete. In dem einen Fall solle das gleichzeitige Vorhandensein zweier Gene geprüft werden, die mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit Brustkrebs auslösen.
Bislang durften bei künstlichen Befruchtungen gezeugte Embryonen nur auf unheilbare Krankheiten geprüft werden oder auf solche, die eindeutig durch ein bestimmtes Gen verursacht werden. Konservative und Katholiken in Spanien lehnen jegliche Art der Embryonenauswahl ab und kritisieren diese als Form der Abtreibung. © afp/aerzteblatt.de
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