Studie: Hepatitis-C-Impfstoff senkt Viruslast
Donnerstag, 23. April 2009
Stockholm – Ein neuartiger Impfstoff, der nach der intramuskulären Injektion durch Stromstöße aktiviert werden muss, hat in einer ersten klinischen Studie die Viruslast bei Patienten mit chronischer Hepatitis C gesenkt. Dies wurde auf einer Fachtagung in Kopenhagen mitgeteilt.
Seit 1999 arbeiten Forscher der Firma Tripep aus Huddinge bei Stockholm an einem Impfstoff gegen die Hepatitis C. Die Vakzine soll nicht vor einer Infektion schützen, sondern die körpereigene Immunabwehr bei chronisch infizierten Patienten stimulieren. Dazu wird den Patienten anders als bei konventionellem Impfstoff kein Virus (oder deren immunogene Proteine) injiziert, sondern lediglich Teile der DNA.
Diese müssen dann von körpereigenen Zellen aufgenommen und in Virusproteine umgesetzt werden, die dann eine Immunabwehr gegen die Hepatitis induzieren. Da ChronVac-C®, so der Name des Impfstoffes, intramuskulär injiziert wird, sollen die Muskelzellen die Produktion der Virusproteine übernehmen.
Das ist allerdings nur möglich, wenn die “nackte” DNA in die Zellen gelangt. Dies verhindert normalerweise die Zellmembran der Muskelzellen. Mit einem von der US-Firma Inovio entwickelten Gerät kann diese Barriere jedoch kurzzeitig überwunden werden. Das Medpulser® DNA Delivery System, das nach der Injektion des Impfstoff auf die Haut aufgelegt wird, erzeugt durch leichte elektrische Impulse kurzzeitig “Poren” in den Zellmembranen, was auch als “in vivo electroporation” bezeichnet wird.
Auf der Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver in Kopenhagen haben Matti Sallberg vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter jetzt die Ergebnisse einer ersten klinischen Studie an Hepatitis-C-Patienten vorgestellt. Den zwölf Probanden der „proof-of-concept“-Studie wurde der Impfstoff etwa ein Zentimeter tief in den Deltamuskel der Schulter injiziert. Es folgten zwei 60ms kurze elektrische Impulse über vier Elektroden des “Medpulser DDS”.
In der niedrigen Dosierung von 167µg wurde zwar eine vorübergehende T-Zell-Antwort induziert. Das Immunsystem hatte den Impfstoff also zur Kenntnis genommen. Doch reichte dies nicht aus, um die Viruslast der Patienten zu senken. Dies gelang erst in den beiden höheren Dosierungen: Nach der Impfung mit 500µg kam es bei zwei von drei Patienten zu einer Senkung der Viruslast um 0,89 beziehungsweise 1,5 log10-Einheiten.
Unter der Dosis von 1,500µg sank die Viruslast bei zwei von drei Patienten um 1,2 beziehungsweise 2,4 log10-Einheiten. Die Impfung war damit bei vier von sechs Patienten erfolgreich. Da es bei keinem der Patienten zu erkennbaren schweren Komplikationen kam, dürfte die Gruppe ihre klinischen Studien fortsetzen. © rme/aerzteblatt.de
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