Stockholm – Ein neuartiger Impfstoff, der nach der intramuskulären Injektion durch Stromstöße aktiviert werden muss, hat in einer ersten klinischen Studie die Viruslast bei Patienten mit chronischer Hepatitis C gesenkt. Dies wurde auf einer Fachtagung in Kopenhagen mitgeteilt.
Seit 1999 arbeiten Forscher der Firma Tripep aus Huddinge bei Stockholm an einem Impfstoff gegen die Hepatitis C. Die Vakzine soll nicht vor einer Infektion schützen, sondern die körpereigene Immunabwehr bei chronisch infizierten Patienten stimulieren. Dazu wird den Patienten anders als bei konventionellem Impfstoff kein Virus (oder deren immunogene Proteine) injiziert, sondern lediglich Teile der DNA.
Diese müssen dann von körpereigenen Zellen aufgenommen und in Virusproteine umgesetzt werden, die dann eine Immunabwehr gegen die Hepatitis induzieren. Da ChronVac-C®, so der Name des Impfstoffes, intramuskulär injiziert wird, sollen die Muskelzellen die Produktion der Virusproteine übernehmen.
Das ist allerdings nur möglich, wenn die “nackte” DNA in die Zellen gelangt. Dies verhindert normalerweise die Zellmembran der Muskelzellen. Mit einem von der US-Firma Inovio entwickelten Gerät kann diese Barriere jedoch kurzzeitig überwunden werden. Das Medpulser® DNA Delivery System, das nach der Injektion des Impfstoff auf die Haut aufgelegt wird, erzeugt durch leichte elektrische Impulse kurzzeitig “Poren” in den Zellmembranen, was auch als “in vivo electroporation” bezeichnet wird.
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